Günther Jauch brilliert auch als Sprecher im Dokufilm

Günther Jauch von “Unsere Erde 2” beeindruckt

Donnerstag, 08. März 2018 | 10:33 Uhr

In Sachen Naturaufnahmen setzte “Unsere Erde – Der Film” Maßstäbe. Weltweit spielte die Doku 2007 mehr als 100 Millionen US-Dollar ein. Nun kommt die Fortsetzung mit Günther Jauch als Sprecher.

Ein Faultier, das der Liebe hinterherjagt und Giraffen, die sich duellieren – besondere Naturaufnahmen liefert der Dokumentarfilm “Unsere Erde 2”. Gedreht haben ihn die Experten der BBC, Günther Jauch ist der Sprecher der deutschen Fassung. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur erzählt er, warum Naturfilmer kein Beruf für ihn wäre und als welches Tier er gerne wiedergeboren werden würde.

Frage: Der Film ist lehrreich, aber vor allem kann man staunen über Dinge, die man noch nie gesehen hat. Wo hatten Sie solche Momente?

Antwort: Das ging mir in ganz vielen Szenen so. Das ging los mit diesen kleinen Leguanen, die von Schlangen gejagt werden. Dagegen ist jede Verfolgungsjagd bei “James Bond” fast ein müder Abklatsch. Großes Kino sind auch Bären, die aus dem Winterschlaf erwachen und denen das Fell juckt und die dann zusehen müssen, dass sie die richtigen Kratzbäume finden. Mir ist immer noch nicht klar, wie das gedreht worden ist – aus allen Perspektiven, hautnah. Es sind wunderbare Aufnahmen. Da sieht man die kleine Maus, auf die eine Schleiereule Jagd macht. Oder Giraffenbullen, sich gegenseitig von den Beinen hauen. In unserer Welt, in der wir ja jeden Tag Hunderte, wenn nicht gar Tausende Bilder sehen, ist das ein total faszinierendes Erlebnis.

Frage: Nehmen sich die Menschen manchmal auch zu wichtig? Menschen stellen sich ja gerne als einzigartig und Krone der Schöpfung dar…

Antwort: Ja, deshalb kommt der Film auch praktisch ohne Menschen aus. Dafür lernen wir einen männlichen Pinguin kennen, der für Frau und Kind kilometerweit laufen und dann im Meer jagen muss. Dann wieder ein stundenlanger Heimweg, ehe er aus Millionen Pinguinen seine Frau und sein Kind wiederfinden muss. Das sind unfassbare Szenen. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen.

Frage: Allein 30 Drehtage hat das Team gebraucht, um eine Maus auf einem Feld zu drehen. Hätten Sie persönlich die Geduld?

Antwort: Wir kennen das doch, wenn man ruft: “Kuckt mal Kinder, der Vogel da im Garten!” Bis alle da sind, ist der längst weg. Wenn man sich dann überlegt, wie die das gedreht haben können, mit welcher Geduld – unter uns – die sich auch den Hintern abgefroren haben, oder von irgendwelchen Viechern gepiesackt worden sind, wenn sie da Dutzende Tage im Dschungel waren… Die Anfahrt zu den Pinguinen dauerte eine Woche! Und auch der Rückweg dauerte wieder eine Woche. Und dazwischen sechs Wochen mit Millionen Pinguinen! Na vielen Dank – die riechen nämlich mehr als streng…

Frage: Als welches der gezeigten Tiere würden Sie gerne wiedergeboren werden – es gibt da ja Faultiere, Eintagsfliegen, Glühwürmchen…

Antwort: Bitte gestatten Sie mir, dass ich das Schicksal der Eintagsfliege nicht spontan teilen möchte. Ich wäre schon lieber Räuber als Opfer. Der sprunggewaltige Serval aus dem Film, diese Raubkatze in der Savanne, die würde mir schon gefallen. Ich glaube, dass die ein vergleichsweise lustiges Leben hat.

Von: APA/dpa