Rapper Gzuz bereits mehrfach strafrechtlich aufgefallen

Haftbefehl für Gangster-Rapper Gzuz in Hamburg

Dienstag, 18. Februar 2020 | 18:26 Uhr

Gangster-Rapper Gzuz , Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, hat wieder Ärger mit der Justiz. Das Amtsgericht Hamburg erließ am Dienstag Haftbefehl gegen ihn, nachdem er nicht zu seiner Gerichtsverhandlung erschienen war. Wenn er Auflagen erfüllt, droht dem Musiker aber nach Angaben eines Gerichtssprechers nicht, bis zum neuen Verhandlungstermin in U-Haft bleiben zu müssen.

Polizisten hatten den 31-Jährigen zunächst in keiner seiner beiden Wohnungen in der Hansestadt und einem Vorort von Hamburg angetroffen. Als Gzuz gegen Mittag doch im Gerichtsgebäude auftauchte, nahmen ihn Polizeibeamte fest. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde der Haftbefehl dann am Nachmittag außer Vollzug gesetzt. Voraussetzung sei jedoch, dass der Rapper als Kaution 100.000 Euro hinterlege und sich dann dreimal pro Woche bei der Polizei melde. Bis das Geld eingegangen sei, bleibe Gzuz in Untersuchungshaft, sagte der Sprecher.

Der 31-Jährige ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Im aktuellen Fall wirft ihm die Staatsanwaltschaft Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Sprengstoff- und das Waffengesetz vor. Bei einer Hausdurchsuchung im April 2018 wurden in seiner Wohnung 17 Gramm Marihuana, 2,5 Gramm Crystal Meth und Böller gefunden. Zu Silvester 2018 soll er außerdem mehrfach eine Schreckschusspistole abgefeuert haben, obwohl ihm seit August 2018 das Führen von Waffen aller Art untersagt ist. Die Polizei hatte ermittelt, nachdem der Rapper Videos ins Internet gestellt hatte.

In der Vorwoche hatte Gzuz die Spitze der “Austria Top 40” erklommen. Ö3 spielte seinen Erfolgssong (“Donuts”) mit explizitem Text (u.a. “… ficke die Staatsgewalt …”) nicht. “Im Wissen um die schwierige Grenzziehung bekennen wir uns dazu, besonders auffällige und kontroversielle Songs intern zu diskutieren und von Fall zu Fall zu entscheiden, sie wegen des Textes oder wegen der musikalischen Arrangements nicht zu spielen”, betonte Senderchef Georg Spatt gegenüber der Tageszeitung “Die Presse”.

Von: APA/dpa