Dieter Hallervorden will sich nicht bevormunden lassen

Hallervorden empfindet Kritik an Winnetou als Bevormundung

Dienstag, 30. August 2022 | 07:15 Uhr

Der Schauspieler und Theaterbetreiber Dieter Hallervorden hat sich über die Kritik zum Umgang mit historischen Darstellungen anderer Kulturen am Beispiel Winnetou lustig gemacht. “Ich glaube, wir leben in einer Art von Empfindsamkeitskult, bei dem uns andere Leute vorschreiben wollen, mit welchem Slalom wir angebliche Fettnäpfchen in Zukunft zu umrunden haben”, sagte der 86-Jährige in Berlin.

“Ich nehme es als Bevormundung.” Derzeit tobt eine Debatte um kulturelle Aneignung und Rassismus. Sie entstand, nachdem der Verlag Ravensburger Mitte August angekündigt hatte, die Auslieferung zweier Kinderbücher zum gleichnamigen Film “Der junge Häuptling Winnetou” zu stoppen und aus dem Programm zu nehmen.

In einem Instagram-Post schrieb Ravensburger, Nutzer-Feedback habe gezeigt, “dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben”. Etliche Nutzer der Social-Media-Plattform äußerten daraufhin ihr Unverständnis und bezichtigten die Firma etwa der Zensur oder des Einknickens vor Kritik. Es gab aber auch Unterstützung für die Entscheidung.

Würde man dem folgen, müsste eigentlich auch Goethes “Faust” verboten werden, sagte Hallervorden. “Denn die Art, wie Faust sich an das Gretchen ranmacht, ist ja nicht nur nicht zeitgemäß, sondern geradezu frauenfeindlich.” Und bei Walt Disney: “Sprechende Enten – tut man da einer bestimmten Tiergattung nicht bitter unrecht?”, frotzelte er. Er könne nur jedem empfehlen, das Thema nicht ernst zu nehmen und sich “köstlich darüber zu amüsieren”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Hallervorden empfindet Kritik an Winnetou als Bevormundung"


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hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Recht hat er der Diddi…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

Es ist nicht nur Bevormundung, es ist sogar Zensur! Wo bleibt die künstlerische Freiheit!?
Wenn man alles und jedes unter dem “Vorwand” der Diskriminierung unter due Lupe nehmen würde, bliebe NICHTS übrig.

Man kann alles ÜBERTREIBEN!
Was ist eigentlich “politisch korrekt”? Lächerlich wie da jedem, seinem zum Teil Unsinn, zugestanden wird.
Haben wir irgendwann 15 verschiedene WCs, jedem das seine?

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Wie recht er doch hat, der Didi.

Paladin
Paladin
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Wahre Worte des Altmeisters!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 3 Tage

…also wenn man keine Karl May Bücher mehr lesen und keine Winnetou Filme schauen derf, dann wird die ganze Rassismus Debatte kindisch…
🤪

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Doolin wart mal ab, wenn wir’s mal mit echten Aliens zu tun kriegen. Dann können wir die gesamte Science Fiction verbrennen.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

Ich würde diese Kinderbücher eh nicht lesen, dazu mag ich die Originale zu sehr, aber dass so viele Leute sich im Namen anderer wegen Nichtigkeiten aufregen, das ist einfach nur noch lästig.

Die Betroffenen beschweren sich im Normalfall gar nicht. Glaube nicht, dass die Ureinwohner in Amerika sich von in Deutschland geschriebenen Kinderbüchern auch nur periphär tangiert fühlen.

ps: Ja, die Originale hab ich als Kind geschaut, gehört und gelesen, warum muss heutzutage alles
umgeschrieben werden? Damals hatte man noch Helden, zu denen man
aufblicken konnte, denen man nacheifern konnte. Heute müssen die heldenhaften Hauptfiguren hippe Kinder sein.

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Diddi hatt es richtig erkannt:
Diese Debatte ist ungefähr so sinnvoll wie ein Gewitter im März . 😉🛡

Yerri
Yerri
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Da wir heutzutage eh keine Probleme haben, müssen noch irgendwelche bei den Haaren herbeigezogen werden. Kann beim besten Willen nicht erkennen, was bei Winnetou rassistisch ist…Wem fallen solche Debatten ein?

Hustinettenbaer
1 Monat 3 Tage

Mich erinnert dieses schrille Gezeter an Bilderstürmerei, Ikonoklasmus.
“Der empörungsgeneigte politische Ikonoklasmus ist bei allem Verständnis für die Motive der Urheber kein Zeichen von Liberalität. Er passt schwerlich zu einer offenen Gesellschaft. Diese darf nicht die Augen vor den Verbrechen der Vergangenheit verschließen. Sie muss aber wissen, dass eine rigorose Abrechnung mit ihr die Verbrechen nicht tilgt und vor Selbstgerechtigkeit strotzt. Gelassenheit ist überzeugender als aufgeregter Aktivismus. Was spricht dagegen, beim Straßenschild [oder in K. May-, W. Busch-Büchern, bei alten antisemitischen Darstellungen an Kirchen, sowjetischen Heldendarstellungen WKII…] eine kurze Einordnung anzubringen? ”

Die Bilder­stürmer – Praxis | politik&kommunikation (politik-kommunikation.de)

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