Steve Martin beherrscht das Banjo seit seiner Kindheit

Hollywoodstar Steve Martin packt wieder das Banjo aus

Dienstag, 26. September 2017 | 09:30 Uhr

Bluegrass macht nicht reich. Und darum muss Banjo-Virtuose Steve Martin immer wieder auf seinen Nebenjob, Hollywoodstar, zurückgreifen. Mit “The Long-Awaited Album” (Universal) hat der Komiker aber ein weiteres Mal zu seinen Wurzeln zurückgefunden. Der 72-jährige gebürtige Texaner verlässt sich dabei nicht nur auf seine feine Klinge, sondern auch auf seine Band Steep Canyon Rangers.

Aus seiner Comedy-Haut kommt Steve Martin natürlich auch musikalisch nicht heraus. “Caroline” etwa ist eine amüsante, Banjo-getriebene Erzählung über eine Zweierbeziehung, die furios endet. Martin hat seine Hausaufgaben gemacht und kennt die Wurzeln seiner Musik. Kein Wunder, beherrscht er doch seit seiner Kindheit das Instrument so virtuos, dass er seit jeher zur ersten Liga gehört.

Dennoch gibt sich Martin zeitgemäß, quasi als Modernisierer des Genres. Der uralte Fiddle-Tune “Angeline The Baker” wird bei ihm zu “Angeline The Barista”. Mit “The Long-Awaited Album” veröffentlicht Martin sein drittes Banjo-Album unter seinem Namen. Mit Sängerin Edie Brickell, Paul Simons Ehefrau, schlug er auf zwei Alben bedächtigere Töne an. Die Zusammenarbeit führte zum Broadway-Musical “Bright Star”.

Ein Vermächtnis aus den Sümpfen der Südstaaten hat Gregg Allman, Gründungsmitglied der Legendären Allman Brothers, abgeliefert: “Southern Blood” (Universal) ist posthum erschienen. Der im Mai verstorbene Organist und Pianist ehrt darauf seinerseits Songwriting-Größen wie Bob Dylan, Tim Buckley, Willie Dixon, Jerry Garcia und Lowell George. Und fand würdige Mitstreiter.

Als “musikalisches Testament” bezeichnet die Plattenfirma Allmans letztes Album – und greift dabei nicht zu hoch. Das sehr persönliche Album ist dementsprechend weniger von harten Rockklängen, als von getragenem Americana-Repertoire gekennzeichnet. Die einzige Eigenkomposition darauf, “My Only True Friend”, ist allerdings nicht als Statement sozialer Verwaisung zu verstehen: Mit Jackson Browne, the McCrary Sisters und Taj Mahal haben sich gleich mehrere Gaststars beteiligt.

Und noch einmal Südstaaten: Auch Sängerin Lizz Wright hat sich in “Grace” (Universal) Songs des “American South” angenommen, geschrieben wurden sie etwa von Ray Charles, Bob Dylan und k.d. lang. Als Gast gibt sich darauf Marc Ribot die Ehre, Hausgitarrist von Tom Waits. Und in drei Stücken wird Wrights ausdrucksvolle Stimme noch durch einen Kirchenchor aus Atlanta verstärkt.

Von: apa

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