Katzen entgingen der Katastrophe

Hurrikan “Irma” verschonte Hemingways Katzen in Florida

Dienstag, 12. September 2017 | 15:57 Uhr

Der Hurrikan “Irma” hat auf der Inselkette der Lower Florida Keys eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Doch zur Erleichterung vieler Tierfreunde überlebten die Katzen im einstigen Haus des US-Schriftstellers Ernest Hemingway auf der Insel Key West den Wirbelsturm unbeschadet.

Weder die Anordnungen zur Evakuierung, noch die dringenden Appelle der Enkeltochter des berühmten Romanciers, Mariel Hemingway, konnten das Wachpersonal davon abbringen, das solide gebaute Ziegelsteinhaus aus dem Jahr 1851 zusammen mit den 54 Katzen zu verlassen.

“Wir haben sie in der Festung bei uns behalten”, sagte Dave Gonzales, der Kurator des als Museum gestalteten Hauses im Kolonialstil, am Sonntagabend im Fernsehsender NBC. “Sie lieben uns, wir lieben sie.” Insgesamt zehn Beschäftigte seien in der Nacht bei den Katzen geblieben. Diese seien an die Stimmen der Museumswärter und deren Betreuung gewohnt.

Einige Katzen hätten nicht eigens ins Haus gebracht werden müssen, sagte Gonzales. Sie hätten von sich aus gemerkt, dass ein Sturm im Anzug war und sich selbst in Sicherheit gebracht. “Manchmal denke ich, dass sie intelligenter sind als die Menschen.”

Sämtliche Katzen sollen nach Angaben der Museumsbetreiber die Nachkommen von “Snowball” sein. Die weiße Katze mit jeweils sechs statt der üblichen fünf Zehen an den Vorderpfoten bekam der Schriftsteller seinerzeit von einem Schiffskapitän geschenkt. Von den 54 Katzen weisen etwa die Hälfte sechs Zehen an den Vorderpfoten auf, doch das Gen der Mutation sollen alle geerbt haben – womit die Abstammung von “Snowball” bewiesen wäre.

Hemingway, Literaturnobelpreisträger des Jahres 1954, hatte das inmitten tropischer Vegetation gelegene Anwesen 1931 bezogen. Der unter Depressionen und Alkoholismus leidende Literat erschoss sich 1961 in seiner Residenz in Ketchum im US-Bundesstaat Idaho.

Von: APA/ag.