Redford fand lobende Worte für die #MeToo-Bewegung

Im Zeichen von #MeToo – Redford eröffnete Sundance-Festival

Freitag, 19. Januar 2018 | 09:26 Uhr

Mit mahnenden Worten hat Hollywoodstar und Festivalgründer Robert Redford (81) im US-Wintersportort Park City (Utah) das Sundance Filmfestival eröffnet. Er pries am Donnerstagabend (Ortszeit) die #MeToo- und “Times Up”-Bewegung als einen Wendepunkt in Hollywood. Er hoffe, dass Frauen im Filmgeschäft nun mehr Möglichkeiten hätten, ihre Projekte zu verwirklichen.

“Die Rolle der Männer ist es nun, zuzuhören”, sagte Redford bei der traditionellen Pressekonferenz zum Auftakt des Festivals. Männer hätten zu lange das Geschäft dominiert. Der Missbrauchsskandal um US-Filmproduzent Harvey Weinstein und andere Männer im Filmgeschäft hat in den letzten Monate zu einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligung von Frauen geführt.

Sundance ist das größte Festival für unabhängige, außerhalb Hollywoods produzierte Filme. Bis zum 28. Jänner werden mehr als 110 Spielfilme sowie Dokus und Kurzfilme aus Dutzenden Ländern gezeigt. Im Programm sind mehrere Frauen-Porträts, etwa über die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred, die Aktivistin und Schauspielerin Jane Fonda und die liberale US-Juristin Ruth Bader Ginsburg vom Obersten Gerichtshof.

Erstmals legen die Organisatoren den Festivalteilnehmern einen Verhaltenskodex nahe für ein Festival “ohne Belästigung, Diskriminierung, Sexismus und bedrohlichem oder unhöflichem Verhalten”. Vorfälle können über eine Telefon-Hotline direkt den Behörden gemeldet werden.

Bei dem Festival treten 56 Filme in vier Wettbewerbs-Kategorien gegeneinander an. Jedes Jahr mischen auch bekannte Schauspieler beim Sundance-Festival mit. Diesmal werden Stars wie Robert Pattinson, Rosamund Pike, Kristen Stewart und Jake Gyllenhaal mit ihren Indie-Filmen erwartet. Die Schauspieler Ethan Hawke, Paul Dano, Idris Elba und Rupert Everett stellen neue Regie-Werke vor. Everetts Regiedebüt “The Happy Prince” über Oscar Wilde feiert in Utah seine Weltpremiere. Die Geschichte des irischen Schriftstellers im Exil wurde in Bayern, Frankreich, Belgien und Italien gedreht und von mehreren Ländern finanziert.

Von: APA/dpa