Steinböck will mit 65 noch nicht in Pension gehen

Immer noch Spaß auf der Bühne: Herbert Steinböck ist 60

Dienstag, 13. Februar 2018 | 11:06 Uhr

Sein Kabarett-Publikum habe er seit seinem ersten Programm als Teil des Duos “Steinböck und Rudle” im Jahr 1993 mit sich altern sehen, erzählt Herbert Steinböck. Am 13. Februar feiert der Kabarettist und Schauspieler seinen 60. Geburtstag. Ans Aufhören denkt er nicht: Sein neues Programm “Ätsch” steht bereits in den Startlöchern.

Um Verwechslung und Identitätsfindung geht es in der Ein-Mann-Aufführung, die am 29. Oktober im Wiener CasaNova Premiere feiert. Steinböck versetzt sich in die Situation eines Mannes, der an seinem 60. Geburtstag erfährt, dass er als Baby vertauscht wurde; und der nun herausfinden will, was hätte sein können. Ein Neubeginn ist jedoch nicht das, was sich der Kabarettist für sich selbst wünscht.

“Das Ziel ist doch, sich mit dem, was man hat, ein schönes Leben zu bereiten”, gibt er sich im Gespräch mit der APA optimistisch. Beim neuen Programm werde er ausspielen, was er kann, so Steinböck, der sich mehr als Schauspieler denn als reiner Kabarettist sieht. Er werde viele Figuren spielen, Sketches zeigen, Stand-up machen und ein bisschen singen.

Doch Schauspieler war nicht immer der Beruf, den er für sich erdacht hatte. Zunächst studierte er Deutsch und Geschichte und unterrichtete an verschiedenen Wiener Gymnasien. Erst später – durch die Schauspielschule des Wiener Volkstheaters, die er 1987 abschloss – fand er zur Bühne. “Ich war mit Leib und Seele Lehrer, aber als Schauspieler fühle ich mich unabhängiger und kann meine Ideen verwirklichen”, so Steinböck.

Mit seinem runden Geburtstag trifft ein anderes, halbrundes Jubiläum zusammen: Seit 25 Jahren tritt Steinböck als Kabarettist auf. Mit Gerold Rudle, den er in der Schauspielschule kennenlernte, sorgte er mit zahlreichen Programmen wie “Butterkipferl” und “Killerkipferl” für Lacher. Bis heute arbeitet das Duo zusammen, Rudle zeichnet für die Regie bei “Ätsch” verantwortlich. 2011 und 2015 brachte er mit “Tralala” und “Aramsamsam” gemeinsam mit Thomas Strobl zwei musikalische Kabarettprogramme auf die Bühne. Dabei schreckte er auch vor heikleren Themen nicht zurück und sprach über seinen überwundenen Prostatakrebs offen auf der Bühne.

Von 2004 bis 2007 war Steinböck Conferencier im Kabarett Simpl. Als Schauspieler mimte er etwa 2008 den Franz Liebkind in Mel Brook’s “The Producers” und war 2014 Alfred Doolittle in der Volksoper-Aufführung von “My Fair Lady”. “Ich denke künstlerisch nicht eindimensional, verschiedene Genres zu spielen macht mir Spaß”, stellt Steinböck fest. Mit den Jahren sei er souveräner geworden.

Mit 65 in Pension zu gehen, könne er sich nicht vorstellen. Als Kabarettist würde er den Menschen Glück geben und auch selbst glücklich sein. Und schließlich wolle er den Adrenalinschub, den er bei seinen Auftritten bekomme, auch in Zukunft nicht missen. “Das ist besser, als mir eine Harley-Davidson zu kaufen”, scherzt er.

Von: apa

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