Jonas Kaufmann freut sich auf seinen Auftritt

Jonas Kaufmann singt beim “Life+ Celebration Concert”

Sonntag, 22. April 2018 | 10:39 Uhr

Aus einer einmaligen Idee ist eine Institution geworden: Am Vorabend des Life Balls am 2. Juni werden bereits zum siebenten Mal Stars aus der Kulturszene im Wiener Burgtheater beim “Life+ Celebration Concert” auftreten. Heuer ist zum ersten Mal der Tenor Jonas Kaufmann mit dabei. “Ich habe seit Jahren versucht, dass ich kommen kann, heuer hat es endlich geklappt”, freute sich der Sänger.

Im Mittelpunkt des Abends wird – ebenso wie am Life Ball selbst – das Thema “Heimat” stehen. Die Gestaltung liegt dabei einmal mehr in den bewährten Händen von Regisseur Alexander Wiegold. “Ich halte mich da bewusst raus, sonst würde der Abend noch acht Stunden dauern”, sagte Organisator Gery Keszler bei einer Pressekonferenz. Er habe Wiegold aber schnell versichert, dass er aufgrund des Mottos keinesfalls eine Art “Musikantenstadl” erwarte. “Ganz im Gegenteil, es geht um einen Umgang mit dem Begriff ‘Heimat’ in all seinen Facetten und natürlich auch den Schattenseiten”, betonte der Organisator.

Entsprechend breit gestaltet sich auch der Bogen: “Es ist eine Reise aus der Romantik heraus und gleichzeitig eine Geschichte des Begriffes ‘Heimat’. Es ist ein sehr diffuses und vielschichtiges Wort, dessen Bedeutung sich immer wieder ändert”, erklärte Wiegold. Der Abend startet mit der Ouvertüre von “Lohengrin” von Richard Wagner, wo “Heimat” extrem emotional aufgeladen wurde.

Aber auch der schrecklichste Aspekt von “Heimat” wird natürlich thematisiert: 80 Jahre nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland erinnert die Sängerin Ute Lemper mit ihren “Songs for Eternity”, jiddischen Liedern aus dem Ghetto und Konzentrationslagern, an die fürchterlichen Auswirkungen von falsch verstandener Heimatliebe. Letztlich wird der Abend aber ein versöhnliches Ende nehmen. Unter dem Motto des Konzerts “Heimat ist da, wo noch niemand war” – ein Zitat des Philosophen Ernst Bloch – wird der Begriff neu definiert. “Heimat ist nicht nur etwas, das in der Vergangenheit liegt und von wo ich herkomme, sondern etwas, das ich gestalten kann. Und ein Ort, den ich auch erst finden kann”, sagte Wiegold.

Einer der Höhepunkte des Abend, bei dem sich erneut gesprochene Texte mit musikalischen Stücken abwechseln, wird sicherlich der Auftritt von Jonas Kaufmann. Der Startenor, der 2016 bei der Eröffnung des Opernballes sang, wird “Grüß mir mein Wien” aus der Operette “Gräfin Mariza” darbieten. “Gery und ich versuchen seit Jahren, dass ich bei dem Konzert auftreten kann. Aber es ist bisher einfach immer an Terminen gescheitert. Heuer klappt es endlich”, sagte der Sänger. Für das Konzert opfert Kaufmann sogar einen Teil seiner Ferien: “Meine Ferien sind immer wie ein Käse, der von Mäusen aufgeknabbert wird. Heuer ist eine Maus Gery Keszler”.

Neben Kaufmann werden unter anderen auch der Tenor Andreas Schager, die Mezzosopranistin Elena Maximova, die Sopranistinnen Hila Fahima und Kristin Lewis sowie der Bass Rene Pape auftreten. Begleitet werden sie vom Wiener Kammerorchester unter der Leitung von Azis Sadikovic und dem Philharmonia Chor Wien unter Leitung von Walter Zeh.

(S E R V I C E – “Life+ Celebration Concert” mit dem Titel “Heimat ist da, wo noch niemand war” am 1. Juni um 19.00 Uhr Wiener Burgtheater. Karten für das Event gibt es über culturall.at.)

Von: apa

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