Die meisten Gäste der Gala trugen schwarze Kleidung

Kampfansage der Frauen bei den 75. Golden Globes

Montag, 08. Januar 2018 | 13:15 Uhr

Es war Hollywoods Nacht der starken Frauen in schwarzen Roben: Die 75. Golden-Globe-Gala war eine leidenschaftliche Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligung. Der Schlachtruf “Time’s Up” (Die Zeit ist um) wurde zum Slogan der Trophäengala.

Die Geschichte einer kämpferischen Mutter, die endlich den Mord an ihrer Tochter aufgeklärt haben will und dabei auf Polizeiwillkür und Rassismus stößt, war der Abräumer des Abends. Für den Film mit dem sperrigen Titel “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” von Regisseur Martin McDonagh gab es vier Globes, darunter den Top-Preis als bestes Drama und die Auszeichnung für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. “Es gibt keinen Weg zurück. Nein, wir gehen nur nach vorne”, jubelte McDormand Backstage nach ihrem Sieg mit Blick auf den Wandel, der im Zuge der #MeToo-Bewegung gerade in Hollywood geschieht.

Das wurde schon vor der Preisgala auf dem roten Teppich deutlich, der diesmal eher ein “schwarzer Teppich” war. Denn statt Farbe und Glitter trugen die Promis Schwarz, solidarisch als Protest gegen sexuellen Missbrauch. Stars wie Emma Watson und Michelle Williams wurden von Frauen-Aktivistinnen zu der Gala begleitet, darunter Tarana Burke, die die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe gestartet hatte.

Auf der Bühne ging die Kampfansage unvermindert weiter. “Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht”, sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk – und rührte viele im Saal zu Tränen. “Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren.” Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer “Me too” sagen muss, mahnte Winfrey.

Nach Winfreys emotionalem Auftritt kam es im Netz prompt zur Forderung, sie solle 2020 als Kandidatin im Präsidentschaftswahlkampf antreten. Auch Moderator Seth Meyers hatte den schwarzen Star scherzhaft dazu aufgefordert – und auch Seitenhiebe auf den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ausgeteilt. Bei der Ankündigung der Vorsitzenden der Hollywood Foreign Press Association, Meher Tatna, sagte Meyers: “Hier ist jemand, der Präsident ist und wirklich ein ausgeglichenes Genie.” Trump hatte das zuvor über sich in einem Tweet gesagt.

Wie politisch die Preise bei der diesjährigen Ausgabe waren, belegte auch ein anderer Aspekt: Als symbolische Auszeichnung spendete Hollywoods Verband der Auslandspresse, der die Globes verleiht, nämlich zwei Millionen Dollar (knapp 1,7 Millionen Euro) an zwei Journalisten-Vereinigungen. Jeweils die Hälfte der Spende gehe an das International Consortium of Investigative Journalism (ICIJ) und an das Committee to Protect Journalists, teilte Verbandspräsidentin Tatna mit. Damit wolle man Journalisten angesichts der zunehmenden Attacken auf ihre Arbeit verteidigen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Kampfansage der Frauen bei den 75. Golden Globes"


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Neumi
Neumi
Universalgelehrter
9 Tage 19 h

Das dürften wohl die mitunter nichtssagendsten Globes sein, die es seit langer Zeit gegeben hat. Die Qualität der filmischen Leistung sollte nicht nur vom polititischen Inhalt abhängen.
Da kann man nur hoffen, dass die Academy Awards Jury etwas distanzierter ist.

TF1
TF1
Grünschnabel
9 Tage 15 h

Solln sich a Burka onziagn nochor hobn se von die Männerblicke a ruha

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