Kanye West bei einem Treffen mit Donald Trump im Oktober 2018

Kanye West an Spitze von Antisemitismus-Liste

Donnerstag, 29. Dezember 2022 | 12:54 Uhr

Rapper Kanye West steht nach Einschätzung des Wiesenthal-Zentrums mit seinen Äußerungen an der Spitze der zehn schlimmsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2022. West, der sich heute Ye nennt, stehe auf Platz eins, weil er neben ständigen antisemitischen Äußerungen auch seinen enormen Einfluss in sozialen Medien dazu missbraucht habe, “Hass, Fanatismus und Ignoranz als Waffen einzusetzen”, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Wiesenthal-Zentrums.

West habe dazu beigetragen, dass Judenhass Teil des Mainstreams in sozialen Medien geworden sei. Auf Platz acht der Liste steht die 15. Ausgabe der Kunstausstellung documenta in Kassel. “In Deutschland werden die Tabus rund um Judenhass weiter gebrochen, angeheizt von Teilen der deutschen Regierung und einer Kunstelite, die den Einschluss antisemitischer Darstellungen bei der renommierten documenta durch eine Gruppierung erlaubte, die den Boykott Israels unterstützt”, hieß es.

Die documenta in Hessen war vor und während ihrer Laufzeit von immer neuen Antisemitismus-Vorwürfen erschüttert worden. Kurz nach der Eröffnung Mitte Juni wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt und abgebaut. Auch danach wurden Werke mit antijüdischen Stereotypen gefunden. In der Kritik stand das Kuratorenkollektiv der documenta, Ruangrupa, dem unter anderem eine Nähe zur Israel-Boykott-Bewegung BDS vorgeworfen wird.

Das Wiesenthal-Zentrum kritisierte zudem, es gebe “Empathie, aber nicht genug Handeln” angesichts antisemitischer Übergriffe in Deutschland und an anderen Orten auf der Welt. Auf der Liste erschienen zudem der UN-Menschenrechtsrat, dem Israel immer wieder unfaire Einseitigkeit vorwirft, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dessen Behörde, staatlich verordneter Israel-Hass im Iran sowie Antisemitismus an US-Universitäten. An letzter Stelle erscheint der Telegram-Kanal, der den Angaben zufolge von Antisemiten zum Verbreiten ihrer Hassbotschaften genutzt wird.

Das 1977 gegründete Wiesenthal-Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden. Es bemüht sich aber auch um die Förderung von Toleranz und kämpft in aller Welt gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Kanye West an Spitze von Antisemitismus-Liste"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Was früher die Juden waren, Schuldige die gesucht wurden, sind heutzutage die Migranten. Eine neue Form, in der Mitte der Gesellschaft angekommene Hetze in jedweder Form. Salonfähig in der Öffentlichkeit darüber zu reden und Niemand stört sich daran. Es gab ja unter Hitler schon gute und “plausibele Gründe” dafür das eigene gesellschaftliche Versagen anderen in die Schuhe zu schieben.
Die Gesellschaft ist krank, bei einem Menschen wäre Krebs schlimm, bei der Gesellschaft ist es schimmer!

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@ng
Dass du die Judenverfolgung verharmlost mit heutigem Migrantenzustrom ist unter aller Würde

Hustinettenbaer
1 Monat 4 Tage

@SilviaG
Minderheitenverfolgung begann/beginnt mit der Sündenbock-Rolle.
Und wenn der ungarische Staatsführer sein Land “migrantenfrei” haben will, macht er ein Wortspiel mit dem Nazibegriff “judenfrei”. Aber “Ich setze doch nur um, was mein Volk will”.
Da war doch noch so ein Knaller. Ach, ja:
„Die EU will alle dazu verpflichten, ihren Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken. Ich verstehe nicht, wie sie es erzwingen wollen, obwohl es deutsches Know-how gibt. Aus der Vergangenheit, meine ich.“

Was an ungarischen Grenzen passiert, kann man als systematische Folter bezeichnen.

https://www.sueddeutsche.de/politik/ungarns-premier-viktor-orban-der-volksverdreher-1.3723410
https://www.berliner-zeitung.de/news/antisemitismus-gasstreit-mit-ungarn-viktor-orban-empoert-mit-holocaust-vergleich-li.250368
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/europa/2163464-Grausames-Grenzspiel.html

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

@SilviaG Sündenbock Rolle! Hustinettenbär hat es verstanden, du nicht! Schlauer Mann!
Das dir der Vergleich zur damaligen Situation nicht auffällt, wirft kein gutes Licht auf dich denn damit stellst du dich in die Reihen derer, die offenen Auges dem rechten populistischem Pack nachläuft und leugnet, dass es genau das selbe System ist!
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!
Da

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

@Hustinettenbaer Super Kommentar!
Aber anscheinend für den Intellekt einiger etwas zu viel des Guten.

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 3 Tage

@N. G…ich muss Dir heute Recht geben. Deren Lieblingsfarbe ist 🟫

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage
@SilviaG Mit Schuldzuweisungen fing alles an. Niemand will den Holocaust verharmlosen, das war – nach Stalins Völkermord – etwas vom Schlimmsten, das je passiert ist. Aber der Holocaust ist längst vorbei, bei der Antisemitismusdebatte geht es schon lange nicht mehr um diejenigen, welche Juden systematisch getötet haben, es geht um jeden, der etwas gegen Juden oder gegen Israel sagt. Kannst du ehrlich behaupten, dass schlimmer über Juden oder Israelis geredet wird als gegen Schwarze, Terroni oder auch nur die Einwanderer aus Nordafrika? Die Leute sind immer schnell damit, andere für ihre Probleme verantwortlich zu machen, am Besten Außenstehende. Und das… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

ps: Wie hieß doch gleich die Kurzgeschichte über den Mann, dessen Job es war, für alles die Schuld zu übernehmen?
Die hab ich vor Jahrzehnten gelesen, mir fällt aber partout der Name des Mannes nicht mehr ein.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

“Auf der Liste erschienen zudem der UN-Menschenrechtsrat, dem Israel immer wieder unfaire Einseitigkeit vorwirft”

Wenn ein Land nicht angsprochen werden darf, das hauptsächlich durch die Unterdrückung einer anderen Religion überhaupt besteht, dann ist diese Liste eine Absurdität.

Die Herrschaften täten besser daran, Ausländer- und Völkerhass an sich anzuprangern. Das Schreckgespenst Antisemitismus hat ausgedient.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Und! Wenn ein Land “nur” davon profitieren will, was seiner Bevölkerung mal angetan wurde, dann sollte auch dies irgend wann ein Ende haben!
Vergessen NIE, aber sich als Opfer auf Jahrzehnte zu präsentieren um dadurch Vorteile zu bekommen ist NICHT OK!

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Neumi…👍eine “Besserung” ist dort, unter der neuen Regierung, in weite Ferne gerückt. Eines der “Zukunftsthemen” dieser Ultrarechten, -religiösen und -konservativen ist weiterhin die VÖLKERRECHTSWIDRIGE Siedlungspolitik im Westjordanland.

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