Milos Forman kam immer gern nach Karlsbad

Karlsbader Filmfestival würdigt posthum Milos Forman

Montag, 23. April 2018 | 15:44 Uhr

Das internationale Filmfestival im westböhmischen Karlsbad ehrt in diesem Jahr den verstorbenen Filmregisseur Milos Forman. Als Eröffnungsfilm wird das Schwarz-Weiß-Drama “Die Liebe einer Blondine” von 1965 gezeigt, mit dem Forman international erste Erfolge feierte. Der Oscar-Preisträger und gebürtige Tscheche ist vor einer Woche im Alter von 86 Jahren im US-Bundesstaat Connecticut gestorben.

Die Filmschau, die vom 29. Juni bis 7. Juli zum 53. Mal stattfindet, zollt dem Hollywood-Regisseur zudem musikalisch Tribut. Vor dem Festivalhotel Thermal in Karlsbad (Karlovy Vary) wird das Czech National Symphony Orchestra unter der Leitung des Dirigenten Libor Pesek bekannte Klänge aus Filmen wie “Amadeus”, “Hair”, “Taking Off” und “Der Feuerwehrball” spielen.

Milos Forman sei nicht nur ein ausgezeichneter Filmemacher, sondern auch ein großer Freund des Karlsbader Filmfests gewesen, sagte Festivalpräsident Jiri Bartosek. “Wir haben uns deshalb entschieden, nicht mit feierlichen Reden an ihn zu erinnern, sondern mit dem, wofür er stand – den Film”, sagte der Schauspieler. Im Sommer 1997 war Forman in Karlsbad mit dem Kristallglobus für außerordentliche Verdienste um das Weltkino ausgezeichnet worden.

Nach dem Ende des Prager Frühlings war Forman 1968 in die USA emigriert. Legendär ist bis heute eine Episode aus dem Jahr 1990, kurz nach der demokratischen Wende in der früheren Tschechoslowakei: Milos Forman entschied sich damals spontan, aus Paris auf dem Fahrrad zum Festival in Karlsbad anzureisen. “Es war die schlimmste sportliche Erfahrung meines Lebens”, sagte sein Kompagnon, der Kostümbildner Theodor Pistek, später einmal.

Von: APA/dpa