Kastelruther Spatzen veröffentlichen neues Album

Kastelruther Spatz Norbert Rier: “Die Hoffnung stirbt zuletzt”

Dienstag, 25. September 2018 | 14:56 Uhr

Kastelruth – Die Kastelruther Spatzen bringen ein neues Album mit dem Titel “Älter werden wir später” auf den Markt. Eine Ode an den Jugendwahn im Musikgeschäft soll es nicht sein – ganz im Gegenteil. Die Band kann auf eine 35 Jahre lange Bandgeschichte zurückblicken.

Mit zahlreichen Alben, Auszeichnungen und Fernseh-Auftritten sind sie heute so etwas wie die Personifizierung oder – wie ihr Sprecher wirbt – “die Speerspitze der Volksmusik”. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München spricht Sänger Norbert Rier über das neue Album “Älter werden wir später” und darüber, wie Andreas Gabalier und Co. die Branche verändert haben.

Frage: Warum haben Sie Ihr Album und die Single “Älter werden wir später” genannt?

Antwort: Den Titel hat unser Keyboarder, der Albin, geschrieben. Der ist der Älteste von uns – 63 – und hat auch die weißesten Haare. Als wir den Titel aufgenommen haben, war eigentlich schon klar, dass auch die Produktion so heißen soll. In dem Lied ist alles mit drinnen – das Positive im Leben und auch Momente, in denen ein Freund oder Kollege stirbt. Da fühlen sich sicher viele angesprochen.

Frage: Den Verlust von Freunden und Kollegen haben Sie selbst im Bandumfeld schon spüren müssen. Ihr früherer Zweiter Sänger Andreas Fulterer starb 2016, Ihr damaliger Manager Karl-Heinz Gross vor 20 Jahren. Wie sehr beschäftigt Sie das?

Antwort: Natürlich denkt man drüber nach. Es muss einem bewusst sein, dass das Leben einfach so ist. Es fängt bei Null an und geht dann wieder zurück auf Null. Es dreht sich irgendwie. Jetzt sind wir im mittleren Alter – wenn man von 100 Jahren als Grundlage ausgeht…

Frage: Was bedeutet Alter im Musikgeschäft?

Antwort: Da kann man sich ja die Rolling Stones anschauen. Aber man stellt natürlich auch uns immer wieder die Frage, wie lange wir das noch machen, wie lange können wir noch. Aber wir haben immer noch große Freude und sehen uns auch ein bisschen als Psychologen, die versuchen, das Publikum aufzumuntern und die Zuschauer vom Alltagsstress und den Alltagssorgen weg zu holen.

Frage: Der Schlager- und Volksmusikboom um Helene Fischer, Andreas Gabalier und Co. hat einen gewissen Bombast in die Branche gebracht. Hat das auch die Art und Weise, wie Sie als Band heute auftreten, ein bisschen verändert?

Antwort: Nein, wir sehen uns da schon etwas losgelöst davon. Helene Fischer und Andreas Gabalier hat es gebraucht, um das Ganze anzukurbeln. Aber es wird jetzt oft der Fehler gemacht, dass sich bestimmte Sendungen dann nur noch auf das junge Publikum konzentrieren. Ich finde das nicht so gut, weil man den älteren Leuten, die das wirklich leben, nicht das Gefühl geben sollte, dass sie nicht mehr gewollt und nicht mehr gebraucht werden. Die Verbindung zwischen Alt und Jung, die Mischung, ist ja das Schöne und Einzigartige. Der Schlager ist ja inzwischen auch sehr poppig geworden. Wichtig ist aber vor allem, dass man glaubwürdig rüberkommt.

Frage: Wenn Sie Ihre Auftritte von heute mit denen vor 20 Jahren vergleichen – was hat sich verändert?

Antwort: Die Optik hat sich schon sehr verändert. Wir sind grauer geworden, aber vielleicht auch ein bisschen lockerer, auch wenn wir grundsätzlich nicht die Männer sind, die da Show machen und rumhüpfen. Wir versuchen zu erzählen und die Lieder zu leben. Es soll natürlich wirken.

Frage: Trauern Sie Formaten wie dem Musikantenstadl hinterher?

Antwort: Es ist ja in allen Bereichen so, dass man manchmal zu viel Veränderung will. Musikantenstadl, Hitparade oder Grand Prix der Volksmusik – das sind schon Sendungen, die fehlen, weil viele junge Leute da auch die Möglichkeit hatten, sich dem Publikum zu präsentieren. Aber damit muss man leben und vielleicht ergibt sich wieder was. Wichtig ist, dass man nicht die Nerven verliert und Geduld hat. Irgendwann passt es schon wieder. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Kastelruther Spatzen gehören seit Jahren zu den bekanntesten Größen im Volksmusik-Geschäft. Die Musiker aus Südtirol brachten es in ihrer langen Karriere auf 13 Echos und zahlreiche Gold- und Platinschallplatten. Norbert Rier ist seit 1979 Sänger der Band.

Von: APA/dpa

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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8 Kommentare auf "Kastelruther Spatz Norbert Rier: “Die Hoffnung stirbt zuletzt”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
tommile
tommile
Tratscher
20 Tage 6 h

i konn de spotzn nimma hearn. so a krompf

gapra
gapra
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

Und deshalb sollen sie aufhören?

m69
m69
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

tommile@

mein Faworit sind Sie, die Spatzen auch nicht, aber jeder soll seine Musikrichtung haben dürfen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
20 Tage 11 h

na,bitte nit.

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
20 Tage 9 h

Nein, bitte nicht ……. noch einen Kommentar von dir !!!!

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
20 Tage 9 h

 und welche Studiomusiker haben das Album eingespielt?

anonymous
anonymous
Superredner
20 Tage 9 h

Besser die Spatzen auf dem Dach zwitschern was

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
19 Tage 21 h

wer so lange in dem harten Geschäft vorne dabei ist verdient mE Respekt☺️

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