Was Letizia von dem Buch hält, ist nicht bekannt

“Keine Schmutzwäsche”: Letizias Ex-Mann über Roman

Montag, 16. April 2018 | 11:51 Uhr

“Aus Gründen, die hier keine Rolle spielen, verlor ich mein Privatleben zwischen neun und zehn Uhr abends am vergangenen 12. November”. Mit diesem Satz beginnt Alonso Guerrero seinen autobiografischen Roman “Die Liebe der Penny Robinson”, der sich in Spanien großer Aufmerksamkeit erfreut. Das Buch wird bereits nach wenigen Wochen in der dritten Auflage gedruckt.

Guerrero, 55 Jahre, ist eigentlich Literaturlehrer an einem Madrider Gymnasium. Er hat bereits einige fiktive Romane veröffentlicht, die aber keine große Beachtung fanden. Bei “Die Liebe der Penny Robinson” ist das anders. Denn der Grund, der wie im Roman anfangs erwähnt keine Rolle spielt, erregt im wirklichen Leben große Aufmerksamkeit – Letizia von Spanien.

Alonso Guerrero ist nämlich der erste Ehemann jener Frau, die sich später in Spaniens Kronprinzen Felipe verliebte und heute Königin von Spanien ist. So wurde die Buchveröffentlichung mit großer Spannung erwartet: Erzählt er von ihrem Liebesleben? Verrät er Anstößiges, Polemisches, intime Geheimnisse? Es wäre nicht das erste Mal. Letizias eigener Cousin, David Rocasolano, bezeichnete Spaniens Königin in seinem Buch “Adios, Princesa” als “herrisch”, “paranoid” und machte sie indirekt sogar für den Selbstmord ihrer Schwester Erika verantwortlich.

“Nein, ich wasche hier keine schmutzige Wäsche. Letizia hatte keine Schuld an dem, was mir passiert ist”, stellt Guerrero klar. Doch was ist ihm passiert? Als Felipe und Letizia ihre Verlobung bekannt gaben, wurde sein Leben komplett auf den Kopf gestellt. “Fast zwei Jahre lang wurde ich von den Medien verfolgt. Dabei suchten sie nicht die Wahrheit, sondern nur Skandale und Intimes”, versichert Guerrero im Gespräch mit der APA.

Als Schriftsteller wollte und musste er seine Erlebnisse von damals niederschreiben. “Von einem Tag auf den anderen hat mir die Regenbogenpresse mein Privatleben genommen”, so Guerrero. Ob es eine Art “Abrechnung” mit den Medien sei, muss jeder für sich entscheiden. Der autobiografische Roman mit fiktiven Elementen ist spannend geschrieben und selbst wenn nur die Hälfte davon stimmt, kann sich der Leser vorstellen, wie erdrückend es sein muss, wenn Paparazzi wochenlang 24 Stunden am Tag vor der Wohnung lauern, einen auf Schritt und Tritt verfolgen. Das Schlimmste daran: “Es gibt viele Opfer wie mich, die nur von der Presse belästigt und verfolgt werden, weil sie jemandem Berühmten nahestehen.”

Guerrero und Letizia lernten einander an einem Gymnasium in Madrid kennen. Letizia machte ihren Abschluss, war gerade einmal 17 Jahre alt. Er war Lehrer an der Schule. Sie lernten sich nach der Schule beim Biertrinken kennen. Später verliebten sie sich. Nach neun Jahren heirateten sie 1998 standesamtlich. Doch ein Jahr nach der Hochzeit ließen sie sich bereits wieder scheiden. “300.000 Euro bot man mir für die Hochzeitbilder an”, erzählt Guerrero.

Hat er sie verkauft? “Natürlich nicht. Ich verkaufe mein Privatleben nicht.” Das hat er auch nicht in seinem Buch getan, zumindest, was Letizia angeht. Zu gerne würde der Leser die spanische Königin in der Figur Laura wiedererkennen, mit der Guerrero in dem Roman nackt ein Selfie macht. “Nein, ich muss die Leser enttäuschen. Letizia spiegelt sich in keiner einzigen Romanfigur wieder.”

Letizia hat er schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. “Ich habe ihr vor der Veröffentlichung das Buch geschickt, weil es sie indirekt ja auch betrifft”. Was die Königin von dem Buch hält? “Auch das behalte ich für mich. Das ist privat”, stellt er klar. Es ärgert ihn ein wenig, dass er im Zuge der Buchvorstellung immer nur über Letizia und kaum über sein Buch gefragt wird. Dass er immer als der “Ex” der Königin, aber nicht als Schriftsteller wahrgenommen wird.

Somit wiederholt sich ein wenig die Geschichte mit den Medien, die er einerseits verabscheut, sie andererseits aber auch braucht, um sein Buch zu verkaufen. Guerrero ist sich bewusst, dass sich wohl keiner seiner fiktiven Romane wieder so gut verkaufen wird, wie dieses Buch. “Aber für mich steht fest, dass es keine Fortsetzung geben wird. Ich musste das Thema mit einem Roman für mich verarbeiten. Aber das war’s. Ich werde die Monarchie, Letizia und mich selber nie wieder zum Inhalt eines meiner Bücher machen”, sagt Guerrero.

Er könne sich allerdings gut vorstellen, dass sein Roman eventuell verfilmt wird. “Ein guter Drehbuchautor kann daraus bestimmt einen wahnsinnig interessanten Thriller machen”, lacht er.

Von: apa