Sommersaison-Finale mit Kurt Ostbahn

Kurt Ostbahn auswärts auf Burg Clam – trotzdem ein Heimspiel

Sonntag, 06. August 2017 | 14:39 Uhr

Die Fans haben den Star ihres Vertrauens, der Star hat die Musiker seines Vertrauens – und die Fans seines Vertrauens. Was soll da schiefgehen, auch wenn Kurt Ostbahn seinen Gig auf der Burg Clam von 2016 auf 2017 verlegen und außerhalb seiner Live-Heimat Prater-“Kaiserwiese” auf der Meierhofwiese absolvieren “musste”. Der Samstag war auch auswärts ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus bzw. Burg.

Und Herr Ostbahn und die neun Musiker seines Vertrauens legten vom Start weg mächtig los: ZZ Tops “Sharp Dressed Man” (“Neiche Schoin”) als Opener mit drei Gitarren und zwei Schlagzeugern lässt keinen Zweifel aufkommen – der 69-Jährige und die Seinen haben immer noch die Power. Und das 25 Jahre nach dem ersten Ostbahn-Kurti-Gig auf der oberösterreichischen Burg Clam, wo er am Samstagabend übrigens auch gleich für den Sommer-Live-Saisonschluss sorgte.

Klar: Überraschungen oder gar Innovationen darf man sich von Willi Resetarits in seiner überzeugenden Rolle als Kurt Ostbahn nicht erwarten. Das Drei-Stunden-Konzert ist eine Revue durch die großen Klassiker seines Repertoires, von “Blattschuss” über “Espresso Rosi” bis “Na, so wiast ned oid” – letzteres mit einem grandiosen Gitarrensolo von Lilly Marschall. Wie Lilly Marschall, wenn sie an der Front in die Saiten greift, sowieso jedes Mal für Begeisterung bis zur Gänsehaut sorgt. Bestes Beispiel für eine O-Kurti-Songlegende in der Extended-Live-Version: “Bussibär” – Keyboarder Geri Schuller startet mit schmissigem Cajun-Swing, Mario Adretti (bürgerlich: Harry Cuney-Pierron) wieselt über die “Hemmungsorgel”, und Lilly Marschall sorgt mit einem Gitarrensolo samt Scat-Gesangs-Begleitung für das große Finale – in die notorischen “Kurti, Kurti”-Chöre mischen sich auch gleich “Lilly, Lilly”-Gesänge.

Ganz stark im ruhigeren Teil: “Gspensta”, ein Slow Blues mit intensiven Kurt-O-Vocals, und “Arbeit” mit breitester Fan-Chor-Unterstützung. Nach der sentimentalen Verschnaufpause signalisierte Herr Ostbahn dann den “Endspurt”, eröffnet von Steve Millers “Joker”. Letzte Nummer im regulären Programm: “(I reiß o auf) Mexiko”. Aber glücklicherweise bleiben eh alle da – und es ist noch lange nicht aus: Das erste Zugabenset ist gleich mal eine “Bank”, u. a. mit “57er Chevy” und “57 Engel”; dann folgte Bruce Springsteens “Fire” in Kombi mit “I hea Di klopfn”. Nach langen Publikumsovationen spielte Kurt Ostbahn mit den Musikern seines Vertrauens noch “Wann die Musik vuabei is” – eigentlich der klassische letzte Song. Doch Fans und Musiker hatten auch nach drei Stunden immer noch nicht genug: Für den Heimweg gab’s noch “Wia im Kino” – und die lächelnde Verabschiedung von Herrn Kurt: “Vielleicht sehen wir uns in den nächsten Jahren wieder…”

Von: apa

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