Ein lesbischer Kuss sorgt in muslimischen Ländern für Aufregung

Lesbischer Kuss: Viele Länder verbieten Disney-Film

Mittwoch, 15. Juni 2022 | 07:05 Uhr

Mehr als ein Dutzend mehrheitlich muslimische Länder haben Disneys neuen Animationsfilm “Lightyear”, in dem sich zwei weibliche Charaktere küssen, aus ihren Kinos verbannt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus dem Unterhaltungskonzern nahestehenden Kreisen erfuhr, haben unter anderem Ägypten und Saudi-Arabien den Ableger aus der “Toy Story”-Filmreihe nicht zugelassen.

Disney hat es demnach abgelehnt, die Szenen zu entfernen und will den Film auf allen Märkten anbieten, “wie er ist”.

Die Aufsichtsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate hatte bereits am Montag erklärt, der Film verstoße gegen “die Standards des Landes für Medieninhalte”. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten vor einem halben Jahr noch verkündet, internationale Kinofilme künftig nicht mehr zensieren zu wollen. Stattdessen sollte für bestimmte Filme für Erwachsene eine Mindest-Altersbeschränkung von 21 Jahren eingeführt werden. “Lightyear” aber wurde nun ganz verboten.

In Malaysia erklärte die Filmzensurbehörde, dass der Film in dem Land nicht gezeigt werden dürfe, wenn keine Kürzungen vorgenommen würden. “Es ist nicht angemessen, die beiden Szenen zu zeigen, und sie sind nicht für Kinder geeignet”, sagte ein Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der AFP. Zu den weiteren Ländern und Gebieten, in denen der Film nicht gezeigt werden darf, gehören Bahrain, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, die Palästinensischen Gebiete, Katar, und Syrien.

Indonesiens Zensurbehörde erklärte AFP, sie habe den Film nicht direkt verboten, “aber den Betreibern des Films geraten, an ihr Publikum in Indonesien zu denken, wo eine LGBT-Kussszene immer noch als sensibel gilt”. Demnach habe Disney allerdings keine umgeschnittene Version von “Lightyear” angeboten.

Der Film soll am Donnerstag weltweit in die Kinos kommen. Berichten zufolge war der lesbische Kuss von Disney zunächst herausgeschnitten worden. Nach Protest von Mitarbeitern des zu dem Unterhaltungskonzern gehörenden Animationsstudios Pixar wurde er demnach aber wieder eingefügt.

Disney steht wegen seines Umgangs mit LGBTQ-Themen auch im Heimatmarkt USA schwer unter Druck. Konservative Politiker im Bundesstaat Florida versuchen, dem Unternehmen Vergünstigungen zu entziehen, nachdem der Konzern ein umstrittenes Gesetz kritisiert hatte, das die Diskussion über bestimmte sexuelle Orientierungen in öffentlichen Schulen verbietet. Disney beschäftigt in dem Staat rund 75.000 Mitarbeiter.

Von: APA/AFP

Kommentare

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3 Kommentare auf "Lesbischer Kuss: Viele Länder verbieten Disney-Film"


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N. G.
N. G.
Kinig
13 Tage 9 h

Nicht, dass am Ende aller Tage die USA mit ihren Verboten, Die der muslimischen Länder noch übertrifft. Die USA ist ein FREIES Land, da ist alles möglich!
GRINS

kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
13 Tage 9 h

Schon krass, und so ein Land wie Katar darf dann aber die WM abhalten, so auch schwule Fußballspieler auflaufen werden ! Was wollen sie dann dagegen tun. Eigentlich müßte man die WM in Katar aber schon sofort absagen

Neumi
Neumi
Kinig
13 Tage 8 h

“viele” … hab gehört, es sind 14.

Man wird sehen, ob Disney das Geld wichtiger ist oder ob sie die Vorreiterrolle erfüllen werden, so wie sie es immer von sich behaupten.

Wer erinnert sich noch an The Lion King und “SFX”? Für die spätere DVD- und Blu-Ray Version wurde das geändert.

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