Resetarits war noch voller Tatendrang

Letztes Interview von Willi Resetarits als Podcast-Thema

Donnerstag, 23. Juni 2022 | 08:52 Uhr

Unter dem sprechenden Titel “Merci Chérie” betreiben die beiden Song-Contest-Erzfans Marco Schreuder, hauptberuflich Grüner Bundesrat, und Alkis Vlassakakis seit längerem einen eigenen ESC-Podcast aus Wien, bei dem Prominente und Expertinnen über das Musikevent und dessen Orbit plaudern. Dabei sprachen sie mit Kurt Mayer, der wohl das letzte große Interview mit dem verstorbenen Willi Resetarits führte.

In der neuen Folge, die ab Dienstag (28. Juni) abrufbar ist, sprechen Schreuder und Vlassakakis nun mit dem Filmemacher und Produzenten Kurt Mayer – respektive haben indirekt auch noch einen zweiten Gaststar: Den am 24. April verunglückten Willi Resetarits. Diesen hatte Kurt Mayer am 1. April und somit relativ kurz vor seinem tödlichen Sturz zum mutmaßlich letzten großen Interview getroffen. Für die ORF-III-Produktion “Schicksalstage Österreich – Der Song-Contest-Sieg von Udo Jürgens” hatte Mayer mit dem Musiker über die eigene ESC-Teilnahme 1977 geplaudert, war Resetarits doch Mitglied der Schmetterlinge, die damals mit “Boom Boom Boomerang” den vorletzten Platz für Österreich holten. Das in der Dokumentation nur in kurzen Ausschnitten veröffentlichte Gespräch ist nun in Ausführlichkeit zu erhören.

Markant dabei: Der stets gesellschaftspolitisch engagierte Künstler spricht in keiner Weise abfällig vom musikalischen Großevent. Zugleich nennt Resetarits vor allem die “Geldlosigkeit” als Grund für den damaligen ESC-Einsatz der Politband Schmetterlinge – schließlich wollte man doch das Opus magnum “Proletenpassion” veröffentlichen. Dabei hebt er “Boom Boom Boomerang” auf kein Podest: “Wir haben uns bemüht, wir haben lange gearbeitet. Es ist aber so, dass – wenn man auf Bestellung arbeitet – nicht unbedingt die besten Lieder herauskommen.” Zugleich geht Resetarits in seinen Erinnerungen weit über den Song Contest hinaus, räsoniert über die Bedeutung von Udo Jürgens für den heimischen Pop und die Rolle von Ö3 in seiner Karriere: “Auch der Ostbahn Kurti ist schlagartig bekannt geworden dank Ö3.” Am Ende bleibt auch beim Hörer jener Eindruck zurück, den Kurt Mayer von seinem Gespräch mit dem verstorbenen Musiker hatte: “Er war voller Tatendrang.”

(www.mercicherie.at/podcast/)

Von: apa

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