Der Brief von Tupac Shakur an Madonna ist ein Vermögen wert

Madonna stoppt Versteigerung persönlicher Gegenstände

Donnerstag, 20. Juli 2017 | 13:11 Uhr

Pop-Diva Madonna hat in letzter Minute eine Versteigerung von mehr als hundert persönlichen Objekten und Erinnerungsstücken verhindert – darunter ein Brief des ermordeten Rappers Tupac Shakur. Der New Yorker Richter Gerald Lebovits setzte am Mittwoch eine Anhörung für den 6. September an. Bis dahin dürfe das Auktionshaus Gotta Have Rock and Roll die Gegenstände nicht versteigern.

Madonna hatte das Gericht am Dienstag gebeten, die für den nächsten Tag geplante Auktion zu unterbinden. Die dafür vorgesehenen Gegenstände seien ihr von einer ehemaligen Freundin gestohlen worden, um daraus nun Profit zu schlagen, gab die US-Musikerin zur Begründung an. Madonna war nach eigenen Angaben “schockiert”, als sie in den Medien von der geplanten Auktion las. Viele der angebotenen Gegenstände müsse die Kunsthändlerin Darlene Lutz “ohne mein Wissen und ohne meine Zustimmung” an sich genommen haben, als sie ihr bei einem Umzug in Miami geholfen habe, erklärte Madonna.

“Die Tatsache, dass ich infolge meines Erfolgs möglicherweise Berühmtheitsstatus erlangt habe, heißt nicht, dass ich kein Recht auf Privatsphäre mehr habe”, empörte sich die 58-Jährige. Lutz erläuterte in einer Stellungnahme, sie habe Madonna beim Aufbau einer Kunstsammlung geholfen und einige Objekte aus Madonnas Haus in Miami bei sich gelagert. Als ihre Freundschaft mit der Pop-Diva 2004 geendet habe, hätten sie beide eine vertrauliche Vereinbarung dazu getroffen.

Die Anwälte von Lutz sprachen in einer Stellungnahme von einem “persönlichen Rachefeldzug” Madonnas. Zudem sei eine dreijährige Frist abgelaufen, innerhalb derer die Sängerin hätte versuchen können, ihr persönliches Eigentum zurückzubekommen.

Der Wert des Trennungsbriefs von Tupac Shakur aus dem Jahr 1995 wird auf umgerechnet fast 350.000 Euro geschätzt – bisher war nur wenig über seine Beziehung mit Madonna bekannt. Als Grund für die Trennung gab er in dem Schreiben an, seine Fans könnten es ihm übelnehmen, wenn heraus käme, dass er mit einem weißen Star zusammen sei. “Mit einem schwarzen Mann gesehen zu werden, würde Deiner Karriere in keiner Weise schaden, im Gegenteil, es könnte Dich deutlich offener und leidenschaftlicher erscheinen lassen”, schrieb Tupac Shakur damals. Für ihn dagegen hätte die Beziehung bedeutet, “die Hälfte der Leute fallen zu lassen, die mir geholfen haben, der zu werden, der ich zu sein dachte”.

Zudem wirft der Rapper in dem Brief Madonna vor, ihn mit öffentlichen Aussagen verletzt zu haben. Ein Jahr später wurde der Rapper erschossen. Zu dem Zeitpunkt war er mit der Designerin Kidada Jones verlobt.

Unter den Gegenständen, die versteigert werden sollten, befinden sich auch Kassetten mit unveröffentlichter Musik sowie eine gebrauchte Haarbürste der Musikerin. Außerdem zählt ein handgeschriebener Brief Madonnas an ihren früheren Lover, den Schauspieler John Enos, zu der Sammlung.

In dem Brief aus den frühen 90er-Jahren schrieb sie, sie missgönne der Sängerin Whitney Houston und der Schauspielerin Sharon Stone ihren Erfolg. Beide seien “schrecklich mittelmäßig” und hätten ihren Erfolg auf Madonnas Vorarbeit aufgebaut. “Vielleicht haben sich so die Schwarzen gefühlt, als Elvis Presley groß wurde”, schrieb Madonna.

Von: APA/dpa/ag.