Adorf darf seine "Traumrolle" Karl Marx spielen

Mario Adorf wäre in seiner Jugend fast Kommunist geworden

Freitag, 27. April 2018 | 14:38 Uhr

Der Schauspieler Mario Adorf wäre in seiner Jugend fast Kommunist geworden. “Es gab eine Phase in meinem Leben, da war ich sehr beeindruckt von Karl Marx’ Thesen, auch weil ich mich ausgebeutet fühlte”, sagt der 87-Jährige im Interview mit der Wochenendausgabe der VRM-Zeitungen (“Allgemeine Zeitung Mainz”, “Wiesbadener Kurier”, “Darmstädter Echo”).

Um sich sein Studium zu finanzieren, habe er in den 1950er Jahren als Eisenflechter auf dem Bau in Mainz gearbeitet und sich als “Lohnsklave” gefühlt, berichtet Adorf. “Ich stand in meiner Jugend links, ich kannte die Armut.”

Ein unerfüllter Wunsch sei für ihn, Marx in einem Spielfilm darzustellen. Adorf spielt Karl Marx aber immerhin in einem Dokudrama, das am Samstag (28. April, 20.15 Uhr) auf Arte und am Mittwoch (2. Mai, 20.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist. Das sei allerdings kein Ersatz dafür. “Ich würde mir wünschen, dass noch ein Spielfilm möglich ist”, so der Schauspieler. Marx sei ein vielseitiger und merkwürdiger Mann mit großen Fehlern gewesen, aber eben auch ein großer Denker und Philosoph. “Ich finde es gut, dass man Marx im öffentlichen Bewusstsein nicht mehr wegdrückt. Man hat ihn zu lange ignoriert.”

Von: APA/dpa