Am 28. September veröffentlicht Mutzke sein neues Album "Colors"

Max Mutzke singt Soul und geht musikalisch auf Zeitreise

Dienstag, 25. September 2018 | 10:29 Uhr

Vor knapp 15 Jahren startete seine Karriere. Heute gehört Max Mutzke zu den erfolgreichen Soul- und Popsängern Deutschlands. Mit seinem inzwischen neunten Album schaut er auf internationale Musikgrößen. Und besingt die Liebe zu seiner Heimat, dem Schwarzwald.

Aus dem Film-Song “Men in Black” machen Max Mutzke und seine Musiker eine variantenreiche Soul-Nummer, aus dem US-Rap “I Got 5 on It” eine stimmungsstarke Musik-Ballade. Mehr als 20 Jahre nach ihrem jeweiligen Erscheinen singt Mutzke die beiden Lieder frisch ein. Hinzu kommen weitere Stücke, deren Originale vor Jahrzehnten die Hitparaden stürmten und die heute Klassiker sind. Der Sänger aus dem Schwarzwald hat sie neu interpretiert und im Studio aufgenommen. Das Ergebnis ist “Colors”, das inzwischen neunte Album des 37-Jährigen. Es erscheint diesen Freitag (28. September).

“Mein neues Album ist eine Hommage an große Künstler und große Werke”, sagt Mutzke zuhause in seinem Heimatort Waldshut-Tiengen im Schwarzwald. Seit seinem Start als Profimusiker vor bald 15 Jahren hat sich der Sänger dem Soul verschrieben. Im Gegensatz zu früheren Alben geht er diesmal nicht überwiegend mit eigenen Liedern an die Öffentlichkeit, sondern mit gecoverten Songs. Er hat international populäre Musikstücke aus mehreren Jahrzehnten, gemeinsam mit der Hamburger Band monopunk, intensiv überarbeitet und neu arrangiert.

Herausgekommen ist eine musikalische Zeitreise von den 1960er Jahren bis heute. Musikgeschichte, kombiniert mit modernen Tönen, Texten und Rhythmen. Es sind Aufnahmen, die bekannte Originale zweifelsfrei erkennen lassen – gleichzeitig aber der musikalischen Linie Mutzkes entsprechen und zeitgemäße Interpretationen bekannter Songs sind. Etwa die Mitte der 1980er Jahre veröffentlichte Anti-Drogen-Hymne “White Lines” von Grandmaster Flash, das gesellschaftskritische “Everyday People” von 1969, der 1993 erschienene Funk-Hit “Regulate” der US-Rapper Warren G und Nate Dogg oder “Augenbling” von Seeed.

Zwei der insgesamt zwölf Lieder des Albums sind komplett neu und stammen aus Mutzkes Feder, zum Beispiel die Ballade “Zu Dir Komm Ich Heim”, eine Liebeserklärung an den Schwarzwald. Dort ist Mutzke geboren und aufgewachsen, dort lebt er mit seiner Familie auch heute.

“Es ist etwas Besonderes, was wir geschaffen haben”, sagt Bassist Danny Samar, der mit Keyboarder Maik Schott und Schlagzeuger Tobias Held die Band bildet. Ein Jahr lang lebte das Trio gemeinsam mit Mutzke in Hamburg in einem Haus sowie in einem Bauwagen im Garten. Die Musiker arbeiteten dort gemeinsam am Album – ohne großen Zeitdruck und ohne die Hilfe von Computern und anderen technischen Hilfsmitteln, die im Musikgeschäft immer häufiger den Ton angeben.

“Das Album entstand nicht am Laptop, sondern gemeinsam an Instrumenten”, sagt Mutzke: “Uns vereinte die enorme Lust am gemeinsamen Musizieren, an Experimenten, und eine große Detailverliebtheit.” Das sei auf dem Album auch zu hören. Es seien Töne, die seltener werden. Und die Erinnerungen wecken sollen.

Mutzke und seine Bandkollegen widerstehen der Versuchung, die erfolgreichen Originale revolutionär zu verändern – und sie damit im Zweifel zu beschädigen. Vielmehr huldigen sie ihren Vorbildern. In der Summe sind es Coversongs, die präzise und wohlklingend sind. Sie lassen sich gut hören, bieten mitunter jedoch wenig Überraschendes und etwas viel Gleichklang. Ein Album, das Musikliebhaber ansprechen wird, das Zeug zum Chartbreaker jedoch eher weniger haben dürfte.

Das sei auch gar nicht der Anspruch, sagt Mutzke. Das “Schielen auf die Hitparaden” sei nicht sein Antrieb. Auch nicht der Drang, nur in großen Konzert-Arenen auftreten zu müssen. Es sei die Musik, die ihn fasziniere und auf die er sich konzentriere. Und dies mit Erfolg, wie die Plattenfirma betont. Mutzke ist heute einer der bekannten, erfolgreichen und produktiven deutschen Pop- und Soulmusiker.

Im kommenden Frühjahr ist es 15 Jahre her, dass der Schwarzwälder erstmals auf großer Bühne stand. Seither arbeitet er als Profimusiker. Seine Karriere startete 2004 mit dem Hit “Can’t Wait Until Tonight”, den er für Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) sang und mit dem er dort Platz acht belegte. Mutzke war noch Schüler, als TV-Entertainer Stefan Raab ihn damals entdeckte. Seit dem Abitur 2004 und der ESC-Teilnahme geht der Sänger eigene Wege. Freundschaftlichen Kontakt zu Raab habe er aber weiterhin.

“Musiker wollte ich schon früher werden”, erinnert sich Mutzke. Mit schlechten Noten habe er damals, vor rund 20 Jahren, die Hauptschule verlassen und in Freiburg eine Ausbildung zum Schlagzeuger begonnen. Diese habe er aber rasch wieder beendet.

“Miserabler Hauptschulabschluss und Berufswunsch Schlagzeuger war nicht die Kombination, die mich zuversichtlich hat in die Zukunft blicken lassen.” Er habe dann viel gelernt, sei noch einmal fünf Jahre zur Schule gegangen und habe nach dem Abitur seinen Traum verwirklichen können. Dies mache ihn heute glücklich.

Von: APA/dpa