Die anglikanische Kirche ermöglicht Markle eine zweite Hochzeit

Meghan Markle und die Kirche von England

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 11:25 Uhr

Meghan Markle und der britische Prinz Harry können vor den Traualtar treten, obwohl die Braut bereits geschieden ist. Das ist in der anglikanischen Kirche möglich – und sogar eine der Ursachen für ihre Entstehung.

Im 16. Jahrhundert gründete König Heinrich VIII. die “Church of England” (Kirche von England) nach einem Bruch mit dem Papst, weil dieser unter anderem die zweite Ehe des Monarchen mit Anne Boleyn nicht anerkannte. Insgesamt heiratete Heinrich sechs Mal – in der katholischen Kirche sind Scheidungen nicht vorgesehen.

Seit ihrer Gründung hat die “Church of England” den Status einer Staatskirche, und der Monarch – derzeit Königin Elizabeth II. – ist ihr Oberhaupt. Religiöser Kopf ist Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury. Er wird am 19. Mai auch die royale Trauung vornehmen.

Heute gehören der Kirche etwa 25 Millionen Gläubige in England, auf den Kanalinseln und der Isle of Man an. Zu ihnen zählt nach britischen Medienberichten seit ihrer “heimlichen” Taufe im März auch Meghan.

Die “Church of England” ist Teil der weltweiten Gemeinschaft von 45 anglikanischen Kirchen mit geschätzten 85 Millionen Anhängern. Dazu gehören die Landeskirchen in Irland, Wales und Schottland sowie mehr als 30 Kirchen in früheren britischen Kolonien.

Die Anglikaner erkennen die Vorrangstellung des Papstes in der römisch-katholischen Kirche nicht an. Anders als bei den Katholiken können auch Frauen die Weihe zum Priester und seit 2014 zum Bischof erhalten.

Die Bischöfe werden auf Vorschlag des Premierministers vom Monarchen ernannt. Zu den Privilegien der Staatskirche gehört, dass 24 ihrer 108 Bischöfe und die beiden Erzbischöfe im britischen Oberhaus sitzen und so an der Gesetzgebung beteiligt sind.

Von: APA/dpa