Reinhold Messner: Yeti ist ein Tibet-Bär

Messners Yeti: Kein Neandertaler, sondern Tier-Hintergrund

Sonntag, 09. Oktober 2016 | 10:31 Uhr

30 Jahre nachdem er erklärt hatte, den Yeti, den sagenumwobenen Schneemenschen bzw. ein “Mensch-Tier-Wesen” des Himalaya, gesehen zu haben, hat Extrembergsteigerlegende Reinhold Messner erneut mit so manch kursierender Legende aufgeräumt. Beim Yeti handle es sich um keinen Neandertaler oder Urmenschen, stellte Messner im Gespräch mit der APA einmal mehr klar.

Er habe das auch nie behauptet und auch nie daran geglaubt. “Die Yeti-Legende, wie sie in Asien erzählt wird, hat einen zoologischen Hintergrund, einen Tier-Hintergrund. In Europa hingegen wird sie falsch erzählt”, kritisierte Messner.

Der Südtiroler hatte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder betont, dass es sich beim Yeti um einen Bären handelt, ursprünglich um einen großen Schneebären. In seinem 1998 erschienen Buch über die Geschichte des Yeti meinte er etwa, dass der Yeti kein menschenähnliches Fabelwesen, kein unentdeckter Primate, sondern der äußerst seltene und vom Aussterben bedrohte Tibetbär sei. Der aufgerichtet bis zu drei Meter hohe Riese unterscheide sich von allen anderen Braun- und Grizzlybären durch sein langes und dichtes Haarkleid und einen im Verhältnis zum Körper sehr großen Schädel, was bei Sichtung aus größeren Entfernungen eine gewisse Menschenähnlichkeit zulasse.

Messner war einem derartigen Wesen im Jahr 1986 während des Rückmarsches von Tibet nach Nepal begegnet. Er hatte damals an einen Yak gedacht, gab er damals an. Aber es sei “eine Figur, riesengroß, auf zwei Beinen” gewesen. Der Extrembergsteiger fand später riesige menschliche oder zumindest menschenähnliche Fußspuren. Ein zweites Mal habe er, nun schon in der Dämmerung, die Umrisse eines Zweibeiners gesehen, “vollkommen behaart, auf zwei kurzen Beinen, mit bis zu den Knien hängenden starken Armen. Im Gesicht sind nur Augen und Zähne erkennbar”.

Dass seine Yeti-Geschichte oft ins Lächerliche gezogen wurde, führte Messner auf den Neid in – vor allem deutschen – Bergsteigerkreisen zurück. “Doch am Ende gelingt alles”, sah sich der 72-Jährige auch durch seine eigene Yeti-Forschungsarbeit bestätigt.

Von: apa