Die Geschichte ist eng mit Jenkins' Jugend verknüpft

“Moonlight” war für Regisseur Jenkins “wie eine Therapie”

Donnerstag, 02. März 2017 | 09:22 Uhr

Die Geschichte von Barry Jenkins ist eine der ungewöhnlichsten der vergangenen Oscar-Nacht: Ein 37-jähriger Afroamerikaner gewinnt mit seinem zweiten Film die Herzen Hollywoods, weil er mit schmalem Budget tolle Bilder für eine poetische Geschichte über die Einsamkeit findet. Am Ende bekam “Moonlight” drei Oscars, auch den für den besten Film.

Der 37-jährige Jenkins erzählte im Interview des “Hollywood Reporter”, dass er selbst nie an der Geschichte gezweifelt habe – dafür sei sie zu eng mit seiner eigenen Jugend verknüpft. “Es war wie eine extrem anstrengende Therapie.” Jenkins’ Mutter, die ihre Alkoholsucht inzwischen im Griff hat, hatte ihren Sohn im Liberty Square Viertel in Miami großgezogen, einem der sozialen Wohnungsbauprojekte für Schwarze im Süden der USA.

Auch der Autor Tarell Alvin McCraney wuchs dort auf. Er begann im Jahr 2003 nach dem Tod seiner Mutter, ein Drehbuch über seine Kindheit zu schreiben. McCraney und Jenkins waren sich noch nicht begegnet, aber der Regisseur hörte davon. Sein erster Spielfilm, das Liebesdrama “Medicine for Melancholy”, war ein kleiner Festivalhit, zwei weitere Projekte scheiterten aber. Dann entschied er sich für “Moonlight” als nächstes Projekt.

Von: APA/dpa