Die Macher von "Icarus" erhielten einen "Oscar"

Moskau bezweifelt Glaubwürdigkeit von Doping-Doku “Icarus”

Montag, 05. März 2018 | 12:39 Uhr

Russische Politiker haben die Glaubwürdigkeit des Oscar-prämierten Dokumentarfilms “Icarus” über Doping in Russland in Zweifel gezogen. Die Auszeichnung für den Film von Bryan Fogel sei “rein politisch motiviert”, sagte der Vorsitzende des Sportausschusses im russischen Parlament, Michail Degtarjow, am Montag in Moskau.

Fogels Film stützt sich vor allem auf Enthüllungen von Grigori Rodschenkow, des früheren Leiters des Moskauer Anti-Doping-Labors. Dieser war selber in Doping verwickelt. “Allen sollte die, um es so zu sagen, zutiefst widersprüchliche Persönlichkeit Rodschenkows bewusst sein”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. “Deshalb muss man sehr vorsichtig mit allem Material sein, das sich auf seine Angaben stützt.” Ansonsten gebe es bei der Auszeichnung nichts zu kommentieren, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Russland geht strafrechtlich gegen den Wissenschafter vor, der in die USA geflüchtet ist. Wegen des systematischen Dopings bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die jüngsten Spiele in Pyeongchang nur einzelne russische Sportler zugelassen.

Von: APA/dpa