Debüt-EP als Frinc erscheint am Freitag

Musiker Frinc plädiert für das Loslassen

Dienstag, 19. Oktober 2021 | 06:56 Uhr

Florian Ritt legt es entspannt an: Der Musiker, üblicherweise bei der oberösterreichischen Folkshilfe für Gesang und Ziehharmonika zuständig, veröffentlicht am Freitag seine Debüt-EP als Frinc. Die fünf Songs von “Lass los” seien ein Schritt “zurück zu meinen musikalischen Wurzeln”, so Ritt. Hip-Hop, World Music und Reggae geben den Ton an und vermitteln einen positiven Vibe, der zum Mitsingen und Mittanzen animiert – letzteres gerne auch gemütlich bekleidet.

“Ich habe die EP sehr oft und viel gehört. Sie hat mich in komischen Phasen dazu bewegt, locker zu werden und in meiner Wohnung im Bademantel zu tanzen”, erzählt Ritt im APA-Interview. Die Songs seien auch Therapie für ihn gewesen. “Ich tendiere oft zum Grübeln und tauche tief in Gedankenspiralen ein. Die letzten zwei Jahre haben das oft noch intensiviert. Irgendwie fühlt man einfach, dass gerade eine Krise herrscht und die Musikbranche nochmals unsicherer geworden ist.”

Das habe die Richtung der Stücke, die sehr bunt arrangiert sind und auf denen Ritt im Unterschied zur Folkshilfe auf Hochdeutsch singt, beeinflusst. “Die Songs beschäftigen sich alle mit dem Loslassen, nicht zu viel Grübeln, dem Hier und Jetzt Annehmen und zu bemerken, was alles rund um einen ist.” Letztlich müsse man die Dinge einfach mal sein lassen können. “Weil anders kommt es sowieso”, weiß der Musiker.

Den richtigen Soundtrack dafür liefert er jedenfalls: Wenn etwa die innere Stimme im Titeltrack “Lass los” zur Reise rät, dazu einen leichtfüßigen Sound im Stile Manu Chaos serviert und empfiehlt “Hör auf zu reden und fang endlich an, du willst doch leben”, wippt nicht nur der Fuß schnell im Takt. “Reisen ist ein zentrales Thema bei Frinc, egal ob privat oder beruflich”, betont Ritt. “Ortsveränderungen wirken einfach unfassbar stark. An anderen Orten wird dann einfach philosophiert, gesurft, entspannt, werden intensive Gespräche geführt und natürlich wird an neuen Songs gearbeitet.”

Das gilt übrigens auch für “Lass los”: “Begonnen hat es auf Bali. Ich war zuerst mit meinem besten Freund und dann alleine fast ein Monat dort. Ich war eher asketisch unterwegs, und dieses minimalistische und entkoppelte ‘Sein’ war einfach wunderschön und auch heilsam nach einem unfassbar intensiven Jahr 2019. Es fällt mir leider immer noch sehr schwer, das auch zuhause hinzubekommen.” Doch seine Musik als Frinc mache es ihm “immer wieder möglich”.

Und wie schaut es mit dem Stillstand aus, der in “Alles weg” thematisiert wird – kann der vielbeschäftigte Musiker auch mal abschalten? “Puh, mir fällt es sehr schwer”, so Ritt. “Es sind zwei sehr komische Dinge: Zum einen erfolgreich zu werden, mit gefühlten Scheuklappen in eine Richtung zu marschieren, und dann aber auch mit den erreichten Zielen zu leben.” Mit Frinc erhalte er eine gewisse Unbeschwertheit zurück: “Ich lerne viel über mich selbst und versuche öfter mal, Stillstand zu riskieren. Scheitern gehört da dazu. Also auch mal zu akzeptieren, dass Loslassen und der Stillstand vielleicht nicht zu den Stärken gehören.”

Seine Fans erwarten von Florian Ritt wohl ohnehin, dass er einfach weitermacht mit dem, was bisher so gut funktioniert. Sei es der immer vielfältiger gewordene Dialektpop der Folkshilfe oder der sommerliche Groove von Frinc. Wer sich ein paar musikalische Sonnenstrahlen live abholen möchte, bekommt im Dezember Gelegenheit dazu, wenn Frinc als Trio das Vorprogramm der Österreichgigs von GReeeN bestreiten werden. “Ihr dürft gespannt sein”, macht Ritt Lust darauf. “Im Februar gibt es dann meine erste eigene Österreichtour.”

(Die Fragen stellte Christoph Griessner/APA)

(S E R V I C E – https://frinc.earth/)

Von: apa

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