Anna Netrebko und das Schloss Schönbrunn - eine gute Kombi

Netrebko vor italienischer Nacht beim Sommernachtskonzert

Donnerstag, 31. Mai 2018 | 12:57 Uhr

Am Donnerstag geht im Schönbrunner Schlosspark das 15. Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker über die Bühne – und Experten wissen: Da heißt es um gutes Wetter zittern. Momentan gehen die Meteorologen davon aus, dass es gewitterfrei bleibt. Versprochen wird schließlich “Eine laue Sommernacht mit italienischen Klängen” – für die nicht zuletzt Anna Netrebko sorgen soll.

Der Sopransuperstar wird unter dem Dirigat von Valery Gergiev am Donnerstag einige Arien präsentieren, deren Auswahl sie am Mittwochabend pragmatisch begründete: “Es sollte eine italienische Nacht werden – deshalb gibt es italienische Arien.” Wer dabei an der Seite von Netrebko fehlt, ist ihr Partner Yusif Eyvazov. “Ich muss ja nicht die ganze Zeit mit meinem Mann singen – er macht momentan die ‘Tosca’ in Berlin. Aber vielleicht das nächste Mal”, beruhigte die Diva allerdings, um sogleich den Herren – und Damen – der Wiener Philharmoniker Rosen zu streuen: “Ich glaube, mit diesem wunderbaren Orchester singe ich besser.”

Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer gab das Kompliment sofort zurück: “Ich glaube, wir spielen alle besser, wenn wir mit Anna zusammen musizieren.” Zum Teil dürfte das natürlich auch an Valery Gergiev liegen, der am Donnerstag bereits seinen dritten Einsatz bei einem Sommernachtskonzert feiert – und den bereits 150. Auftritt am Pult der Wiener Philharmoniker überhaupt. Es sei natürlich beeindruckend, 100.000 Zuschauer hinter sich zu wissen, unterstrich der 65-Jährige: “Aber in Paris hatten wir unlängst 500.000 Zuschauer.” Der Unterschied in Wien sei aber die Stimmung der Menschen, liege hier doch einfach die klassische Musik in der Luft, sei das Publikum auf die Klänge gepolt.

In jedem Falle haben die beiden Russen Netrebko und Gergiev für die Gäste, die wieder bei freiem Eintritt das Großevent verfolgen können, italienische Klassiker wie Giacomo Puccini, Francesco Cilea oder Ruggero Leoncavallo im Gepäck. Allerdings stehen auch einige Stücke des russischen Ballettrepertoires am Programm, wie Prokofjews “Romeo und Julia” und Tschaikowskys “Schwanensee”.

Dementsprechend zählt jetzt das von Froschauer ausgegebene Motto: “Wir hoffen einfach, dass die Gewitter vorrüberziehen.” Wem die Wetterlage dennoch zu unsicher ist, für den überträgt ORF 2 mit dem Einsatz von 16 Kameras ab 21.05 Uhr und 3sat ab 21.45 Uhr das Konzert. Wiederholt wird das Ganze am Sonntag ab 22.35 Uhr in ORF III und am 11. Juli ab 14.05 Uhr auf Ö1. Morgen Abend würdigt der ORF überdies Netrebko gleich im Anschluss um 22.45 Uhr mit dem Porträt “Anna Netrebko – Anna The Great” von Dmitry Sapun. Das Sommernachtkonzert sei einfach mittlerweile eine eigene Institution, unterstrich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Mittwochabend vor Journalisten, werde das Konzert doch in 90 Ländern auf vier Kontinenten zu sehen sein: “Das ist wirklich ein Weltevent, das wir übertragen.”

Wie im Vorjahr ist die Bühne heuer wieder direkt vor Schloss Schönbrunn positioniert, weshalb die Zugangswege ausschließlich über das Hietzinger oder Meidlinger Tor führen. Der Haupteingang über den Ehrenhof ist nicht zugänglich. Auch die Gloriettewiese ist nicht Teil des Veranstaltungsgeländes, weshalb die Wege von und auf die Gloriette spätestens um 19 Uhr gesperrt werden.

Von: apa