Nora Tschirner versucht sich als Filmproduzentin

Nora Tschirner ist genervt vom Schönheitskult

Freitag, 12. Mai 2017 | 16:54 Uhr

Nora Tschirner (35) ist genervt vom Schönheitskult. “Das hat viel mit der Leistungsgesellschaft zu, mit dem Optimierungsdruck, den wir von klein auf lernen. In der Kultur, in der wir leben, geht es viel darum, mithalten zu müssen”, sagte die Schauspielerin (“Keinohrhasen”) und Filmproduzentin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

“Zusätzlich sind wir einer Bilderflut ausgeliefert, die sehr monothematisch ist. Das ist ein Schönheitsideal, das propagiert wird.” Viel mehr gebe es nicht zu sehen, kritisierte die TV-Kommissarin (Weimar-“Tatort”). “Es ist, glaube ich so, dass wir als Gesellschaft ein bisschen verlernt haben, das Wort “genug” zu verstehen.” In dem Sinne: “”Guck, da bin, da hat sich die Natur schon was bei gedacht.””

Die Bilder aus Frauenzeitschriften und Hochglanz-Sendungen wirkten auf das Unterbewusstsein: “Wenn du viele von den gleichen Bildern siehst, kannst du noch so sehr wissen, dass es nicht echt ist, die pflanzen sich trotzdem in einen Teil deines Gehirns. Da kann man rational nicht alles abfangen, was da unterschwellig passiert.”

Tschirner ist als Produzentin an einem Dokumentarfilm beteiligt. Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt geht in “Embrace – Du bist schön” der Frage nach, warum so viele Frauen auf der Welt ihren Körper nicht mögen.

Brumfitt hatte im Jahr 2013 in Sozialen Medien großes Aufsehen erregt, weil sie zwei Fotos mit viel Haut von sich zeigte. Ein Bild von ihrem trainierten Body bei einem Wettbewerb und eines – einige Zeit später aufgenommen – von ihrem völlig normalen untrainierten Körper mit Polstern und sichtbaren Spuren der Zeit.

Von: APA/dpa

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