Die Radiopremiere von Buenos "Amen" findet am Mittwoch statt

Österreich tritt mit Powerballade “Amen” bei Song Contest an

Dienstag, 09. März 2021 | 13:07 Uhr

“Amen” – Österreich hofft heuer beim 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam zumindest mit dem Titel seines Beitrags auf göttlichen Beistand. Mit der gleichnamigen Powerballade will Vincent Bueno im Mai die rot-weiß-rote Fahne hochhalten, nachdem er mit seiner Up-Tempo-Nummer “Alive” im Vorjahr ob der ESC-Absage nicht zum Zuge kam. Vorgestellt wurde der Song am Dienstag, wobei die offizielle Weltpremiere am morgigen Mittwoch um 7.40 Uhr im “Ö3 Wecker” stattfindet.

Der 35-jährige Wiener wird seinen Song im zweiten Semifinale am 20. Mai in der Rotterdamer Ahoy Arena zum Besten geben – und auf ein Finalticket für den 22. Mai hoffen. “Der Song hat mich gefunden”, zeigte sich Bueno überzeugt. Im Gegensatz zu seinem für 2020 vorgesehenen Song hat Bueno “Amen” nämlich nicht selbst geschrieben. Stattdessen steht mit Tobias Carshey, Ashley Hicklin und Jonas Thander hinter der Nummer ein Team, das bereits mannigfaltige Song-Contest-Erfahrung gesammelt hat. So zeichneten sie etwa für Luca Hännis “She got me” verantwortlich, mit dem der Schweizer 2019 Platz 4 belegte.

Bueno freute sich in jedem Falle über die Zusammenarbeit mit dem internationalen Team. “Ich habe mich das erste Mal so richtig fallen lassen können”, erinnerte sich der Wiener an die Zusammenarbeit. Dass es dabei nun mit einer Ballade ruhiger werde, sei kein Zufall: “Man kennt mich als das Springinkerl des ORF. Aber man wird erwachsen.” Es geht in “Amen” um den Abschied von einer Beziehung, was aber nicht nur eine Liebesbeziehung umfasse. “Das kann auch der Tod des eigenen Hundes sein”, will Bueno den Text umfassend begriffen wissen.

Gewohnt optimistisch zeigte sich ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner: “Es ist ein unglaublich starker, spiritueller Song. Und das passt zu Vincent perfekt.” Dabei könne “Amen” ein Zeichen der Überwindung auf dem Weg zu etwas Neuem werden.

Wen und wie genau Vincent Bueno berühren wird können, ist dabei derzeit noch offen. Nach dem jetzigen Stand plant die European Broadcasting Union (EBU) als Mutterschiff des ESC, das Megaevent von 18. bis 22. Mai im niederländischen Rotterdam physisch abzuhalten – allerdings unter massiven Sicherheitsvorkehrungen.

So wurde die Zahl der Delegationsmitglieder gekürzt, jene der berichtenden Journalisten auf 500 vor Ort begrenzt. Für alle aus dem Ausland wird eine fünftägige Quarantäne vor der Einreise in die Niederlande empfohlen. Obligatorisch ist ein negativer Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Die Delegationen des nach der Absage von Armenien auf 40 Teilnehmerländer geschrumpften Feldes dürfen, wenn sie in Rotterdam angekommen sind, das Hotel nicht verlassen, außer wenn sie zum Veranstaltungsort, der Ahoy Arena, fahren.

Jeder, der in der Arena tätig ist – von Künstlern über Crew bis zu Pressevertretern – wird regelmäßig in einer Teststraße untersucht. Sollte hier jemand positiv getestet werden, käme das “Isolationsprotokoll” zum Einsatz. Trifft es einen der Kandidaten, der deshalb nicht auf der Bühne auftreten kann, werde das zuvor aufgezeichnete Material bei der Show gesendet. Der österreichische Film hierfür wird bereits in der kommenden Woche aufgezeichnet.

Noch offen ist derzeit, ob es auch einen ESC mit Publikum vor Ort geben wird. “Die Frage, ob es Zuschauer während der Shows geben kann und welche flankierenden Veranstaltungen es rund um den ESC in Rotterdam geben kann, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden”, hieß es zuletzt von der EBU.

“Unter diesen Bedingungen solch eine Veranstaltung auf die Reihe zu kriegen, muss man erst einmal hinbekommen”, zog Österreich Delegationsleiter Stefan Zechner am Dienstag seinen Hut vor den niederländischen Veranstaltern. “Der Faktor des Partymachens wird nicht dabei sein, aber die Freude überwiegt, dass wir vor Ort sind und auftreten können”, verwies Zechner auf den Umstand, dass die Ländervertreter über zwei Wochen das Hotel nicht verlassen dürfen.

(S E R V I C E – www.eurovision.tv)

Von: apa