Die harten Jahre für Hinterseer-Fans sind vorbei

ORF-Comeback für Hansi Hinterseer

Mittwoch, 08. November 2017 | 09:57 Uhr

Hansi Hinterseer feiert am Samstag sein Comeback in der TV-Prime Time. Mit “Hansi Hinterseer – im malerischen Tannheimer Tal” kehrt der blonde Schlagerbarde aus Kitzbühel zurück in die ORF-Hauptsendezeit. “Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder eine Chance bekommen habe”, freut sich der 63-Jährige im APA-Interview. Denn Anfang 2013 schien sein Dasein als TV-Moderator nach 18 Jahren besiegelt.

Für seine Fans müssen die vergangenen Jahre hart gewesen sein, denn zwei Jahre zuvor war es mit den beliebten Wanderungen zu Ende, nachdem 2011 noch einmal Tausende mit ihrem Idol zum Kitzbüheler Hahnenkamm pilgerten. “Auf einmal ist das alles weggefallen, was für viele schwierig zu verstehen war”, erinnert sich Hinterseer. “Mag er nimmer, will er nimmer?” seien dann die Fragen gewesen, als vor vier Jahren seine seit 2009 laufende Musik- und Natursendung im ORF und der ARD abgesetzt wurde. Bis dahin war der Tiroler 18 Jahre als TV-Moderator tätig. “Es ist vorbei”, sagte der Volksmusikstar damals, doch dann hätten sich ein paar Herrschaften zusammengetan und gesagt: “Mit dem Hansi machen wieder eine Sendung.” “Der ORF schlägt in der Zusammenarbeit mit Hinterseer ein neues Kapitel auf”, lautet dazu die Formulierung von Unterhaltungschef Edgar Böhm.

Das Format wird dabei auf Bewährtes setzen: “Wir haben ja ein Juwel, das ist das Land Österreich und die vielen schönen Plätze, die wir haben. Eine wunderschöne Gegend, tolle Geschichten, tolle Leute und tolle Musikantenkollegen.” Letztere werden zum Auftakt etwa die Kastelruther Spatzen sein und neben der Unterhaltung, zu der Hinterseer natürlich auch selbst mit seinem Gesang beiträgt, wird auch ein informatives Element enthalten sein. Mit DJ Ötzi wird Hinterseer über die Bedeutung von Heimat sprechen. Das sei auch “schwierig zu erklären, weil es für jeden anders ist. Wenn ich in Tirol bin, in Kitzbühel, da kenne ich alles, jeden Stein und jeden Baum. Die Mariahilfer Straße kann auch Heimat sein, aber ich bin ein Bergler, da fühl ich mich daheim”, sagt er.

Hinterseer, der 2014 sein 20-jähriges Jubiläum als Sänger gefeiert hat, ist gegenwärtig wieder hochaktiv. Am Freitag erscheint seine CD “Für mich ist Glück…” (Ariola/Sony Music), womit er inklusive Compilations auf über 40 angelangt ist. Anfang Juni veröffentlichte er das Buch “Zeit für Märchen”. Stress empfindet er aber trotzdem kaum. “Ich habe von Anfang an einen Riesenvorteil gehabt. Ich hatte das Skifahren vor der Haustür”, sagte er zu seiner ersten Karriere im Skiweltcup, die er mit 24 Jahren beendete. Jetzt beim Singen, Schauspielern und Filmen, “das passiert auch bei mir daheim, da muss ich nicht wohin fahren. Ich geh vor die Haustür und mache das, was ich gerne tue. Wenn ich dann fertig bin, dann geh ich heim und geh auf die Berg’, kann entspannen. Natürlich geht man auch in ein Hotel, aber ich bin nicht in der Stadt oder in Sri Lanka. Das ist ein Riesenvorteil.”

Am Ende zähle bei seiner Karriere auch der Kopf, “was man macht, wie man es macht, ob man Nein sagen kann”, resümiert Hinterseer. “Nicht immer war der Rhythmus richtig, aber wenn ich spüre, etwas passt mir nicht, dann habe ich es gelassen. Ich bin ein Bauchmensch, auch wenn ich nicht immer recht habe.”

Hinterseer zehrt in seiner zweiten Karriere und beim Umgang mit Journalisten von dem, was er einst als Profiskifahrer gelernt hat. “Ich hatte Glück, dass ich im Sport groß geworden bin und da sehr erfolgreich war. Erfolg und Niederlage waren in jungen Jahren relativ knapp beieinander”, sagte der 63-Jährige. Ambivalent ist sein Verhältnis hingegen zu Google & Co.

Mit den Medien sei er eigentlich immer gut ausgekommen, meinte er im Gespräch mit der APA. “Ich sage immer: Tun wir miteinander. Weil, wenn du mir jetzt blöd schreibst, dann hast du das einmal geschrieben, aber das zweite Mal wahrscheinlich nimmer”, so Hinterseer. Er bevorzuge jedoch ein Miteinander, denn “ihr braucht mich und ich brauche euch”. Also eine Symbiose? “Ja, das ist eigentlich netter.”

Dieses Miteinander sei für viele Leute aber oft schwer. “Ich verstehe euch auch in der Situation. Ihr bekommt einen Auftrag über jemanden zu schreiben, den ihr nicht kennt”, erläuterte Hinterseer. “Dann googelt ihr halt und googelt gern, schreibt irgendetwas” – und das, obwohl man denjenigen gar nicht kenne. “Das hat sich verändert”, stellte der Schlagersänger fest. Und zu Google an sich ist Hinterseers Einstellung zweigeteilt: “Das Zeug ist faszinierend und beängstigend.”

(Das Gespräch führte Andreas Westphal/APA)

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "ORF-Comeback für Hansi Hinterseer"


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geronimo
geronimo
Superredner
15 Tage 2 h

Neiiiin Hansi, tu uns das nicht an! 😭😭😭

Tabernakel
15 Tage 1 h

Tabernakel
15 Tage 1 h

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