Halle Berry gewann 2002 einen Oscar

Oscar-Gewinn von Halle Berry kein Türöffner für Schwarze

Freitag, 11. September 2020 | 09:43 Uhr

Vor inzwischen 18 Jahren hat Halle Berry den Oscar als Beste Hauptdarstellerin gewonnen – als erste und bisher immer noch einzige schwarze Frau. Heute sei sie enttäuscht darüber, dass sich das Filmgeschäft seit dem Jahr 2002 kaum verändert habe, sagte die 54-Jährige dem “Variety”-Magazin. “Das bereitet mir immer noch Kummer”, sagte sie in dem Interview, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

“Am Morgen danach dachte ich noch, ich sei auserwählt, eine Tür zu öffnen. Und dann passierte nichts und ich musste mir die Frage stellen: ‘War das ein wichtiger Moment, oder war es nur ein wichtiger Moment für mich?'”, so Berry.

In “Monster’s Ball” (2001) spielte Berry eine Kellnerin, deren Mann im Gefängnis hingerichtet wurde. Als sie für diese Rolle mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, widmete die damals 36-Jährige ihre Rede anderen “namenlosen, gesichtslosen, nicht-weißen Frauen”, die von zuhause aus zuschauten. Dass seitdem keine andere schwarze Frau diese Kategorie gewonnen hat, könne sie kaum fassen: “Letztes Jahr dachte ich, Cynthia (Erivo, nominiert für “Harriet”) müsste gewinnen. Und auch Ruth (Negga, 2016 nominiert für “Loving”) hatte eine gute Chance – dachte ich.”

Passend dazu gab die Oscar-Akademie am Dienstag bekannt, zumindest in der Top-Kategorie “Bester Film” neue Standards für Diversität und Inklusion einzuführen. Bewerber für den Hauptpreis des Oscar-Wettbewerbs müssen ab 2024 mindestens zwei Vielfalts-Kriterien erfüllen, um sich zu qualifizieren.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Oscar-Gewinn von Halle Berry kein Türöffner für Schwarze"


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Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 14 h

Eine traurige Entwicklung. Quoten und Kriterien werden wichtiger als Qualität … es sei denn natürlich, Diversität ist mittlerweile ein Qualitätskriterium für Filme.

Wir reden immer von Gewinnern und Spitzenpositionen (im Job).
Man sollte aber mal das Gesamtbild betrachten. Wie viele jeder Gruppe haben denn KEINEN Spitzenjob oder gewinnen KEINEN Oscar? (Oder das Extrembeispiel: Zu wenige XYZs in Gefängnissen?) Hier fordert keiner Gleichberechtigung.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Die neuen Oscar-Regeln sind für den Arsch.

Allerdings ist für mich der Oscar mittlerweile gleich wertlos wie der Friedensnobelpreis.

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