Patrick Lindner hat sich schon vor längerer Zeit geoutet

Patrick Lindner für Schlagerstars bei Pride-Veranstaltungen

Samstag, 30. Mai 2020 | 11:44 Uhr

Der seit 20 Jahren geoutete Schlagerstar Patrick Lindner wünscht sich mehr Offenheit für Schlager auch bei Christopher Street Days (CSD) – auch wenn Musik “natürlich Geschmackssache” sei. Der 59-Jährige könnte sich auch vorstellen, selbst bei einer der Paraden aufzutreten, wie er am Samstag veröffentlichten “Queerkram”-Podcast des Berliner Bloggers Johannes Kram erklärte.

Er frage sich, warum beim CSD in seiner Heimatstadt München keine Mary Roos, Ireen Sheer oder Vicky Leandros auftreten wie beim “Schlagermove” in Hamburg, wo ja auch die Community unterwegs sei. Stattdessen würden lieber “internationale Stars hergeholt”. Er glaube, dass die Mehrheit mehr Spaß hätte, “wenn die jetzt diesen kultigen Schlager hören würden, mitgrölen könnten, feiern könnten”. In diesem Jahr fallen die sommerlichen Prides (CSDs) als Großveranstaltung allerdings wegen der Corona-Krise weitgehend aus.

Der offen schwule Lindner (“Das Leben hat uns bunter gemacht”), der eine Stiftung für queere Kinder gegründet hat und Coming-out-Hilfe leisten möchte, sieht sich “als Bindeglied” zwischen homosexueller Community und eher konservativer Hörerschaft in Deutschland.

Mit den Christopher Street Days wird jedes Jahr an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar “Stonewall Inn” in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

Von: APA/dpa