Prinz Philip bei der royalen Hochzeit

Prinz Philip feierte 97. Geburtstag ganz privat

Sonntag, 10. Juni 2018 | 13:44 Uhr

Ganz privat hat der britische Prinz Philip am Tag nach der großen Militärparade für seine Frau Queen Elizabeth II. seinen 97. Geburtstag begangen. Für den Herzog von Edinburgh standen am Sonntag keine offiziellen Termine auf dem Programm. Der gesundheitlich angeschlagene Ehemann der Queen hatte vor gut einem Jahr, im Mai 2017, seinen Rückzug von einem Großteil seiner Pflichten angekündigt.

Seither ist Prinz Philip nur mehr selten in der Öffentlichkeit. Auch bei der traditionellen Militärparade “Trooping the Colour” zum 92. Geburtstag von Elizabeth II. am Samstag war er nicht dabei – anders als der Rest seiner Familie: Die Queen fuhr bei strahlendem Sonnenschein mit der Kutsche zur Horse Guards Parade in der Nähe des Buckingham-Palastes, um dort die Truppen zu inspizieren. Über 1.000 Soldaten nahmen an dem Großereignis teil. Später sah sich Elizabeth mit ihrer Familie auf dem Balkon des Palastes eine Flugschau der Red Arrows-Luftwaffe an.

Herzogin Meghan (36) war erstmals als Mitglied der Königsfamilie bei dem alljährlichen Trubel in der Londoner Innenstadt dabei. Im rosa Kleid und mit Hut fuhr sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Harry (33) in einer Kutsche an jubelnden Zuschauern vorbei. Die beiden hatten am 19. Mai in Windsor geheiratet.

Eine Premiere war es auch für Charanpreet Singh Lall (22), der als erster Sikh-Soldat bei der jährlichen Geburtstagparade der Queen einen Turban trug. Damit erhalte er die Kriegertradition der Sikhs auch im Dienste der britischen Königin, sagte der aus Indien stammende Soldat der BBC am Samstag. Er hoffe, dass sein Auftreten mit einem speziell angefertigten Turban mehr Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen dazu ermutigen werde, der Armee beizutreten. Sikhs sind strenggläubige Anhänger einer religiösen Reformbewegung, die im 15. Jahrhundert in Nordindien entstand.

Schon seine Geburt war so ungewöhnlich wie sein weiteres Leben: Prinz Philip kam am 10. Juni 1921 auf einem Küchentisch auf der Insel Korfu als Mitglied des griechischen Königshauses zur Welt. Nach politischen und familiären Wirren – die Familie wurde nach der Revolution aus Griechenland verbannt, der Vater ging seine eigenen Wege, die Mutter erkrankte psychisch – verschlug es Philip nach Großbritannien, wo er Karriere in der Marine machen sollte.

In England lernte er seine große Liebe kennen: Lilibeth, die sich schon als 13-Jährige unsterblich in den Kadetten verliebte. Prinzgemahl – sicherlich kein einfacher Beruf für einen so stolzen Mann wie Philip. Seit vergangenem Jahr ist nun Schluss mit der Rolle. Er muss nicht mehr ein paar Schritte artig hinter der Monarchin hergehen: Philip ist nun im Ruhestand. Seitdem taucht er kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Seine 92-jährige Elizabeth begleitet er nur noch zu Terminen, wenn er Lust dazu hat und sich fit fühlt.

Prinz Philip liebte – als es ihm noch besser ging – das Jagen, Kutschenrennen und Polo, er war ein leidenschaftlicher Pilot und kerngesund. In den vergangenen Jahren machten ihm aber diverse Gebrechen zu schaffen, darunter Blasenentzündungen, Herzprobleme und erst kürzlich bekam er ein neues Hüftgelenk. Als er keine zwei Monate später – ohne Gehhilfe – zur Hochzeit seines Enkels Prinz Harry (33) und der US-Amerikanerin Meghan (36) in eine Kirche auf Schloss Windsor kam, wirkte er gut erholt. Doch danach tauchte er wieder ab.

Seine Karriere in der Marine musste er seiner Frau zuliebe an den Nagel hängen. Inzwischen ist er der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte. Insider behaupten, sie sei Königin und er habe zu Hause die Hosen an. Berühmt-berüchtigt ist Philip für seine derben Witze – er gilt als König des Fauxpas. So bezeichnete er etwa den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl als “Reichskanzler”.

Auch über das Alter macht er Witze: “Nichts baut einen mehr auf, als wenn man daran erinnert wird, dass die Jahre immer schneller vergehen und dass der Lack beginnt, vom alten Rahmen abzublättern”, schrieb er in einem Brief, als er 2011 den Titel “Oldie des Jahres” bekam.

Von: APA/dpa