William und Kate sind derzeit in Belfast

Prinz William kommentierte ausnahmsweise Brexit

Donnerstag, 28. Februar 2019 | 14:15 Uhr

Fast zeitgleich mit einer Brexit-Abstimmungsrunde im Londoner Parlament hat Prinz William die Menschen in Nordirland “zum Zusammenhalt in schwierigen Zeiten” aufgerufen. Britische Medien werteten seine Rede vom Vorabend am Donnerstag als Anspielung auf den geplanten EU-Austritt. William (36) war gemeinsam mit seiner Frau Kate (37) zu einem unangekündigten Besuch in Belfast eingetroffen.

Die Royals kommentieren normalerweise keine politischen Geschehnisse. Bereits die Weihnachtsansprache von Königin Elizabeth II. (92) hatte für Aufsehen in Großbritannien gesorgt, weil sie Passagen enthielt, die Kommentatoren als Stellungnahme zur Trennung von der EU werteten. Sie hatte zu mehr Respekt trotz unterschiedlicher Standpunkte aufgerufen. Das Parlament ist heillos zerstritten in Sachen Brexit.

Der britische Prinz sprach am Donnerstag in Windsor Park in Belfast vor Mitgliedern der Vereinigung Ahead of the Game, die sich für psychologische Hilfe für Breitensport-Fußballer einsetzt. Windsor Park ist der Sitz des irischen Fußballverbands in Nordirland. William ist Präsident des englischen Fußballverbands (FA).

“Einige Vereine tun nichts für die geistige Gesundheit. Wir müssen die Sicht auf die Spieler völlig ändern”, sagte der 36-jährige William. Spieler einfach als “Kapitalanlagen” anzusehen, komme einer “Pflichtverletzung” gleich. Der Prinz erinnerte daran, das “viele Spieler aus schwierigen Verhältnissen” kommen. Er regte einen “Mental Health FA Cup” an.

William und sein Bruder Harry haben in der Vergangenheit mehrfach über eigene psychische Belastungen und Probleme gesprochen. So hatte Harry in einem Interview 2017 davon berichtet, dass er nach dem Unfalltod seiner Mutter Diana jahrelang unter seelischen Problemen litt. Erst mit 28 Jahren habe er professionelle Hilfe gesucht, nachdem ihn andere – darunter sein Bruder – dazu ermutigt hätten.

Von: APA/dpa