Frauen mit Ketten um den Hals in Video von J Balvin zu sehen

Reggaeton-Video löst in Kolumbien Empörung aus

Mittwoch, 13. Oktober 2021 | 06:31 Uhr

Ein Song des kolumbianischen Reggaeton-Sängers J Balvin hat in Kolumbien große Empörung bis in Regierungskreise ausgelöst. Der Text von “Perra” (Hündin) sei “sexistisch, machistisch und rassistisch”, hieß es in einer Mitteilung der kolumbianischen Vizepräsidentin und Außenministerin Marta Lucía Ramírez, aus der etwa die Zeitung “El Tiempo” am Dienstag (Ortszeit) zitierte.

Der Song “Perra” (Hündin) enthalte demnach Ausdrücke, die die Rechte der Frauen verletzen, indem sie diese mit einem Tier verglichen, das beherrscht und misshandelt werden solle. Im Video zum Lied aus J Balvins jüngstem Album “José” sind zudem Frauen mit Ketten um den Hals zu sehen, die wie Hunde an der Leine geführt werden.

Ramírez kritisierte, die vermittelte Botschaft wirke sich auch in der Realität aus: So habe in Medellín ein Mann auf der Straße eine Frau in Unterwäsche wie ein Tier an der Leine geführt. Die Hintergründe des Vorfalls aus der vergangenen Woche waren unklar.

Der Sänger will sein Lied anders verstanden wissen: Es handle davon, “dass Frauen genauso wie Männer Aufreißer sein können. Wenn du als Mann ein Player bist, kann eine Frau dich ‘beißen’ – weil sie vielleicht genauso ist wie du”, hatte der 36-Jährige, mit bürgerlichem Namen José Álvaro Osorio Balvín, zur Veröffentlichung im September gesagt. Seine Musik sei “einfach sexy, und sie greift Frauen in keiner Weise an”.

Der Reggaeton, eine Mischung aus Rap, Reggae und weiteren karibischem Klängen ist weltweit bekannt – und erfolgreich. Der Rhythmus ist packend, die Texte sind eindeutig, die Bewegungen erotisch: Das Genre hat den Sprung von Lateinamerika längst in die Welt geschafft. Wie der Hip Hop ist es aber auch nicht unumstritten. Die höchst brisanten Texte sind für viele klar sexistisch bis frauenfeindlich.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Reggaeton-Video löst in Kolumbien Empörung aus"


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DorfLaeff
DorfLaeff
Grünschnabel
7 Tage 11 h

Noch mehr als frauenfeindlich finde ich den Song gesundheitsgefährdend; da bekommt man ja Ohrenkrebs!

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
7 Tage 10 h

“Paris, 29. Mai 1913. Es ist einer der größten Skandale der Musikgeschichte: Die Uraufführung von Strawinskys “Le Sacre du Printemps” … Der Ballettabend am Théâtre des Champs-Elysées endet in großem Tumult und Chaos.”

Und generationsweise grüßt das Murmeltier: Alte schütteln ob des “Sittenverfalls” entsetzt die Köpfe, Junge sind fasziniert. 

Was heute geschah – 29. Mai 1913: Igor Strawinskys “Le Sacre du Printemps” wird uraufgeführt | Klassik entdecken | BR-KLASSIK | Bayerischer Rundfunk

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