Kubricks Filmkarriere entwickelte sich aus der Fotografie

Regisseur Stanley Kubrick glänzte auch als Fotograf

Donnerstag, 03. Mai 2018 | 11:10 Uhr

Oscar-Preisträger Stanley Kubrick ist vor allem als meisterhafter Regisseur bekannt – in New York wird er jetzt auch als Fotograf vor Beginn seiner Filmkarriere präsentiert. Der aus dem Stadtteil Bronx stammende Kubrick fotografierte schon als Kind und Jugendlicher viel, 1945 verkaufte er im Alter von 16 Jahren ein Foto zum Tod von Ex-Präsident Franklin D. Roosevelt an das “Look”-Magazin.

Seine folgenden Jahre als Fotograf für die Zeitschrift bereiteten seinen Einstieg in die Filmwelt vor. Die Schau im “Museum of the City of New York” öffnet am Donnerstag. Der 1971 eingestellte Titel “Look” zählte mit “Time” und “Life” einst zu den beliebtesten Magazinen unter den Amerikanern. Kubrick fotografierte Themen rund um Theater, Film und Musik, aber auch die U-Bahn, einen Vergnügungspark und Zirkus, Pferderennen oder Besuche beim Zahnarzt. Zudem porträtierte unter anderem Dirigent Leonard Bernstein und Boxer Rocky Graziano. Mit jedem seiner Aufträge zwischen 1945 und 1950 verbesserte Kubrick hinter der Kamera sein Handwerk mit Blick auf Bildkomposition, Ausschnitt und Belichtung.

Der Übergang von der Fotografie zum Film fand fast nahtlos statt: 1949 veröffentlichte “Look” Kubricks Porträt über Boxer Walter Cartier. Bald darauf verwandelte Kubrick das Thema in die 16 Minuten lange Dokumentation “Day of the Fight” (Deutsch etwa: Kampftag), die er selbst finanzierte und an einen Filmverleih verkaufte. Der Durchbruch gelang mit “Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben”, für das Weltraum-Drama “2001: Odyssee im Weltraum” von 1968 gewann Kubrick einen Oscar.

Von: APA/dpa