Klausnitzer erhielt 2017 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst

Rudi Klausnitzer feiert seinen 70. Geburtstag

Montag, 22. Januar 2018 | 10:44 Uhr

Vom Popradio bis zum Nachrichtenmagazin, vom deutschen Privatfernsehen bis zur Musical- und Theaterbühne: Rudi Klausnitzer hat im Laufe seiner Karriere überall Spuren hinterlassen. Der frühere Medienmanager und Intendant der Vereinigten Bühnen Wien (VBW), der erst im Dezember mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet wurde, feiert am 22. Jänner seinen 70. Geburtstag.

Bei der Ehrung im Bundeskanzleramt hatte ihn der vormalige Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) folgendermaßen charakterisiert: “Er bewegt sich überall wie ein Fisch im Wasser, paart Neugier, Verstand und schöpferische Fantasie.” Wohl ein Erfolgsgeheimnis des gebürtigen Oberösterreichs, der sich als Moderator einen Namen machte, bis an die Spitze des ORF-Radiotankers Ö3 marschierte und sich stets als kritische Stimme im Medien- und Kunstbetrieb zeigte.

Geboren wurde Rudi Klausnitzer am 22. Jänner 1948 in Piberbach an der Krems. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften und Publizistik an der Uni Salzburg begann er 1968 seine journalistische Karriere als freier Mitarbeiter für den ORF und arbeitete im Landesstudio Oberösterreich als Redakteur sowie Moderator diverser Unterhaltungsshows. Der Sprung ins Wiener Funkhaus als Teil des Gründungsteams von Ö3 war nur die nächste Stufe auf der Karriereleiter, die etwa den Posten als persönlichen Referenten des damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher (1972-1974) oder die Leitung der Familienredaktion im Landesstudio Salzburg (1976-1979) bereithielt.

Mit 1979, gut zehn Jahre nach seinem Einstieg beim Sender, wurde er dann Chef von Ö3. Doch Klausnitzer hielt nichts davon, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern wandte sich bald wieder neuen Aufgaben zu. Mitte der 1980er-Jahre kehrte der Moderator und Medienmanager seiner Heimat den Rücken und ging nach Deutschland, wo er nach einer Beratertätigkeit für die Bertelsmann AG im Fernsehbereich beim Aufbau des Senders Radio Hamburg beteiligt war. 1987 wurde er Geschäftsführer und Programmdirektor von Sat.1 in Mainz, die abschließende Station im Nachbarland war schließlich von 1989 bis 1993 der Pay-TV-Sender Premiere, der inzwischen Sky heißt.

Wieder zurück in der Heimat, wandte er sich neuen Gefilden zu – wenngleich nur vorläufig. 1993 trat Klausnitzer die Nachfolge von Peter Weck als Intendant der VBW an, wobei der Einstand mit der Premiere von “Kuss der Spinnenfrau” im selben Jahr noch etwas durchwachsen geriet. In der Folge sollten aber Eigenproduktionen wie “Tanz der Vampire” oder “Mozart!” durchschlagende Erfolge bedeuten. Neun Jahre später gab Klausnitzer – trotz einer anstehenden Verlängerung um fünf Jahre – völlig überraschend seinen Rückzug von der Musicalbühne bekannt und wechselte als Geschäftsführer in die “News”-Gruppe, bis er sich 2006 “aus persönlichen Gründen” zurückzog.

Seit dieser Zeit ist Klausnitzer als selbstständiger Medienberater tätig. Vor einigen Jahren ging es für ihn sogar wieder zurück zu seinen Wurzeln, als für Radio Wien immer sonntags mit den “Schlagzeilen der Woche” sowie einer Auswahl seiner Lieblingsstücke aufwartete. Seine Ehrenkreuz-Verleihung im Dezember nutzte Klausnitzer auch, um einmal Dank zu sagen: “Danke für die Chancen, die Unterstützungen und auch die Hürden, die einen stärker machen.”

Von: apa