Everett mit "The Happy Prince" auf den Spuren von Oscar Wilde

Rupert Everett zeigt auf der Berlinale sein Regie-Debüt

Samstag, 17. Februar 2018 | 20:19 Uhr

Im Rahmen der Reihe “Berlinale Special” hat der britische Schauspielstar Rupert Everett (“Die Hochzeit meines besten Freundes”) auf den 68. Internationalen Filmfestspielen Berlin sein Regie-Debüt “The Happy Prince” vorgestellt. Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller beleuchtet der 58-Jährige in dem Drama die letzten Jahre des wegen seiner Homosexualität geächteten Dichters Oscar Wilde.

Die unter starker deutscher finanzieller Beteiligung realisierte internationale Gemeinschaftsproduktion zeigt Oscar Wilde als zugleich kreativen und selbstzerstörerischen Charakter. Dazu sagte Everett in Berlin: “Ich glaube, das Wichtige an Oscar Wilde ist das, was er selbst in eine Frage gekleidet hat: ‘Warum ist das Ruinöse immer so faszinierend?’ Das ist es: Er hat sich stets in Gefahr begeben. Er hat sich geopfert, um unsterblich zu werden. Ich finde es faszinierend, mich damit auseinanderzusetzen.”

Der Film richtet auch den Blick auf das Dasein von Oscar Wildes Frau Constance. Sie wird von Emily Watson verkörpert, die den Film zur Berlinale-Gala begleitete. Dabei erzählte sie, dass sie die Rolle mit besonderer Freude interpretiert habe: “Constance hatte sehr viel Lust am Leben. Aber das wurde ihr durch die Heuchelei der Gesellschaft, in der sie lebte, genommen. Das regt mich auf. Ich finde es wichtig, dass das erzählt wird.” Somit reiht sich “The Happy Prince” auch in die Reihe der Berlinale-Filme mit starken, spannenden Frauenfiguren ein.

Von: APA/dpa