Austen war seit Ende der 90er mit Elektro-Sounds erfolgreich

Sänger Louie Austen wird 70

Montag, 19. September 2016 | 10:11 Uhr

“In der Kunst muss es um Leben und Tod gehen – sonst ist es keine Kunst”: Sänger Louie Austen nimmt seinen Job mehr als ernst. Schon in jungen Jahren von der Musik begeistert, sollte es bei dem gebürtigen Wiener eine Zeit dauern, bis er zu seiner Berufung fand. Später führte ihn der Weg vom Barjazz auf den Dancefloor. Am 19. September feiert Austen seinen 70. Geburtstag – und das nicht allein.

Geboren wurde der bürgerlich auf den Namen Alois Luef hörende Musiker am 19. September 1946 in Wien. Nach seiner Ausbildung hielt es ihn aber nicht lange in seiner Geburtsstadt, sondern emigrierte Luef zunächst nach Südafrika und dann Australien, wo er bereits auf der Bühne zu erleben war. Als Louie Austen gab er den klassischen Entertainer und Crooner, mit vollem Timbre und eleganter Erscheinung. Die Reise ging in den 70er-Jahren weiter in die USA, bevor Austen wieder in seine Heimat zurückkehrte. Er wurde sozusagen sesshaft.

Das hielt Austen aber nicht davon ab, neben seinen diversen Engagements in Wien weiterhin durch die Welt zu touren. Und schließlich kam, Austen war zu diesem Zeitpunkt bereits 53 Jahre alt, ein weiterer Durchbruch – ein neuer Sound und ein neues Publikum brachten frischen Wind in seine Karriere. In der aufstrebenden Wiener Elektro-Szene des auslaufenden 20. Jahrhunderts, in der sich Acts wie Kruder & Dorfmeister, Patrick Pulsinger oder die Sofa Surfers national wie international einen Namen machten, war plötzlich seine Stimme gefragt. Austen sang nicht mehr nur über entspannte Jazz-Standards, sondern auch pulsierende Beats und atmosphärische Sounds.

“In gewisser Weise stehe ich für eine Art von Aussöhnung”, beschreibt Austen auf seiner Facebook-Seite die eigene Position. “Eine Brücke zwischen alt und neu oder zwischen jung und alt.” Mit diesem Selbstverständnis hat er seit Ende der 1990er mehr als ein halbes Dutzend Alben veröffentlicht und mit zig Singles für volle Tanzflächen gesorgt. Der Erfolg seiner Neuausrichtung hat ihm recht gegeben. 2007 gründete er sein eigenes Label (LA music), 2009 produzierte Parov Stelar seine EP “My Amy” – eine Liebeserklärung an die britische Sängerin Amy Winehouse.

Am 19. September heißt es nun aber nicht nur “Happy Birthday” für Louie Austen, sondern auch “Only The Best”: Mit diesem Motto wird ein Konzertabend im Wiener Metropol angekündigt, bei dem Austen selbst auf der Bühne stehen wird. Begleitet wird er von der Max Hagler Band, wenn der Fokus auf das klassische Programm und damit Sänger wie Bing Crosby, Frank Sinatra oder Dean Martin gelegt wird. Austen zeigt sich also weiterhin als Wandler zwischen den Genres.

Von: apa

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