Gall fing mit 15 Jahren zu singen an

Sängerin France Gall wird 70: “Ich bin immer noch da”

Montag, 09. Oktober 2017 | 09:55 Uhr

Mit “Resiste” ist France Gall nach Jahren der Krise wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zurückgekehrt. Der Erfolg des Musicals hat die französische Sängerin, die mit “Ella, elle l’a” ihren größten Erfolg feierte, wieder an die Zukunft glauben lassen. Das war nach zahlreichen Schicksalsschlägen nicht immer so. Die Sängerin, die am 9. Oktober 70 wird, hat wieder Projekte.

Das Musical, das den Titel ihres Hits aus dem Jahr 1981 trägt, sei ein schönes Abenteuer gewesen, sagte Gall dem belgischen TV- und Radiosender “RTL TVI”. Denn nach Frankreich führte ihre “Résiste”-Tournee sie auch in die Schweiz und nach Belgien. Das Musical, das zwischen Dezember 2015 und 2016 von mehr als 350.000 Zuschauern bejubelt wurde, besteht aus Songs, die sie und ihr Mann Michel Berger geschrieben und gesungen hatten, Welthits wie “Aime-la” und “Tout pour la musique”.

“Résiste” erzählt die Geschichte einer Diskothek und ihrer Betreiber. Gall singt darin nicht, sondern tritt als Erzählerin auf, die das Ganze Revue passieren lässt. Die rund 30 Hits werden von Sängern interpretiert, die damals, als die Songs um die halbe Welt gingen, noch nicht geboren waren. Diese Musik sei zeitlos, wie sie in dem Interview erzählte, und müsse an die junge Generation weitergegeben werden.

Das Leben hat es mit der blonden Sängerin nicht immer gut gemeint. Berger starb 1992 mit 44 Jahren, fünf Jahre später ihre Tochter Pauline. Die damals 19-Jährige litt an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. Von den Schicksalsschlägen erholte sie sich nur schwer. Vor fünf Jahren tauchte sie aus ihrer inneren Katharsis auf. Das Leben mache ihre keine Angst mehr, erklärte sie damals.

Die Sängerin glaubt wieder an die Zukunft. “Ich bin immer noch da”, wie sie in dem Interview strahlend lächelnd sagte. “Résiste” sei nur ein erster Schritt gewesen. Der nächste könnte eine Fortsetzung des Musicals sein. Über das Projekt werde diskutiert, erklärte auch Ladislas Chollat, der Regisseur der Show. Die Handlung könnte dabei in New York auf dem Broadway spielen.

Gall fing mit 15 Jahren zu singen an. Ihr Vater, Robert Gall, schrieb Liedtexte für Charles Aznavour und unterstützte früh seine Tochter. Zu Beginn textete er auch für sie. Dann lernte sie Serge Gainsbourg kennen, das “enfant terrible” der Chanson-Szene, der in ihr das Bild der Lolita sah.

Er schrieb für sie Songs voller erotischer Anspielung, darunter “Poupée de cire, poupée de son”, mit dem sie 1965 für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann, heute Eurovision Song Contest. In Österreich wurde das Lied unter dem Titel “Das war eine schöne Party” bekannt.

Zwischen 1966 und 1972 sang Gall auf Deutsch. “Ich liebe dich, so wie du bist”, “Kilimandscharo”, “Zwei Apfelsinen im Haar” und “Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte”, zählen zu ihren bekanntesten Songs. Ihre größten Erfolge feierte sie mit Liedern, die Berger für sie geschrieben hat, den sie 1976 heiratete, darunter “Tout pour la musique” und “Ella, elle l’a”.

Dieses Musical lässt Bergers Musik weiterleben, wie Gall sagte. Und auch ihre Lieder. Denn sie selbst singt in der Öffentlichkeit kaum noch. Zu einem ihrer seltenen Auftritte zählt ihr Duo mit Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday. Das war im Jahr 2000.

Von: APA/dpa

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