Ricky Gervais ist ein Tausendsassa

Scharfzüngiger Comedian Ricky Gervais wird 55

Samstag, 25. Juni 2016 | 09:20 Uhr

Ein Glas Bier auf dem Rednerpult, dazu eine Salve frecher Sprüche und Beleidigungen: Ricky Gervais hat als Gastgeber der Golden-Globe-Gala im Jänner seinem Ruf als scharfzüngiger Comedian von internationalem Format alle Ehre gemacht. Er landete einige echte Brüller, erntete aber auch Kritik. Alles wie immer also für den Briten, der am 25. Juni seinen 55. Geburtstag feiert

“Ich werde heute Abend nett sein”, versprach er zu Beginn seiner Begrüßungsrede, und jeder im Saal wusste, dass genau das nicht passieren würde – was Gervais auch sofort unter Beweis stellte. “Ich habe mich verändert – natürlich nicht so viel wie Bruce Jenner.” Gervais spielte damit auf die Transfrau Caitlyn Jenner an, die sich 2015 geoutet hatte. Hatte er damit den Bogen überspannt?

“Ich mache keine Witze über jemanden, weil er schwul oder lesbisch ist, ich mache mich nicht über jemanden wegen seiner Herkunft, seines Geschlechts seines Alters lustig. Aber Verhalten, Glaube, Ideale – das sind alles Dinge, die Leute unter ihrer Kontrolle haben. Man darf sich über jede Ansicht lustig machen”, kommentierte er vor zwei Monaten im Interview mit der “Welt”.

Geboren am 25. Juni 1961 im englischen Reading als jüngstes Kind einer Arbeiterfamilie, hatte sich der spätere Spaß-Profi nach seinem Philosophiestudium in London mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten, tauchte eine Zeitlang in die Musikszene ein und landete beim Radio. Zwei Jahre später wurde er Mitglied im Team einer Fernseh-Comedy, danach bekam er eine eigene Talkshow, die jedoch alles andere als ein Erfolg wurde. Dann sein Durchbruch mit “The Office” (ab 2001), ausgestrahlt zunächst im zweiten Programm der BBC, bald im ersten. Nebenbei ging er mit Stand-up-Shows auf Tour und schrieb vier äußerst beliebte Kinderbücher über kleine Monster. Er ist zudem der erste Brite, der eine Folge der “Simpsons” schreiben durfte.

Dieses Jahr holt der Schauspieler, Autor und Produzent nun David Brent zurück in die Öffentlichkeit. Das ist der aufgeblasen-selbstverliebte, tatsächlich aber äußerst durchschnittliche ehemalige Büroleiter aus “The Office”. Zusammen mit seinem Partner Stephen Merchant hatte er das Erfolgsformat erfunden, produziert und in die ganze Welt verkauft. In Deutschland lief bis 2012 unter dem Titel “Stromberg” (mit Christoph Maria Herbst) eine Adaption des britischen Vorbilds bei ProSieben.

“Es geht um einen Typen, der glaubt, lustig zu sein, es aber nicht ist”, zitiert “Imdb.com” Gervais, der für die Figur unter anderem mit einem Emmy und zwei Golden Globes ausgezeichnet wurde. Allerdings arbeitet Brent – selbstverständlich wieder von Gervais verkörpert – jetzt als Handelsvertreter mit übergroßem Drang auf die Bühne. Im “The Office”-Spin-off “Life on the Road” geht der Möchtegern-Popstar mit seiner Band auf Tour – und treibt alle um ihn herum in den blanken Wahnsinn. Im August kommt die Komödie in Großbritannien ins Kino (ein Starttermin in Österreich steht noch nicht fest). Ein Album mit dem Soundtrack des Films wird es auch geben – und das ist kein Witz!

Von: apa