Bruch bei Dreharbeiten für einen UNHCR-Kurzfilm

Schauspieler Volker Bruch will “Missstände benennen”

Montag, 04. Oktober 2021 | 10:39 Uhr

Der Schauspieler Volker Bruch hat sich in einem Interview zu den Beweggründen seiner Teilnahme an der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch geäußert. Die Internetaktion, die unter anderem die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Berichterstattung darüber kritisiert, hatte am vergangenen Donnerstag Aufsehen erregt. “Wenn ich Missstände sehe und sie nicht benenne, dann stimme ich zu und akzeptiere sie. Das möchte ich nicht”, sagte Bruch der “Berliner Zeitung”.

“Ich möchte mich zu Wort melden, wenn ich eine Diskrepanz zwischen der in den Medien abgebildeten Meinung und den verfügbaren Informationen sehe”, erklärte Bruch und nannte als Beispiel, dass aus seiner Sicht ein Druck auf Ungeimpfte ausgeübt werde.

Der Schauspieler äußerte sich auch zu Berichten, wonach er Mitglied in der Partei Die Basis werden wollte. “Ich habe kluge Leute kennengelernt, die sich in der Partei engagieren. Leider gibt es zur Zeit intern sehr große Spannungen, die ich von außen nicht klar einordnen kann”, sagte der Schauspieler. “Deswegen habe ich meinen Aufnahmeantrag noch nicht abgeschlossen und werde das auch vorerst nicht tun.” Die Partei Die Basis (“Basisdemokratische Partei Deutschland”) wurde nach eigenen Angaben im Sommer 2020 “als Reaktion auf die Coronakrise und die darauf erfolgten Maßnahmen der Bundesregierung gegründet”.

Beruflich hat Bruch, der mit der Fernsehserie “Babylon Berlin” international bekannt geworden ist, wegen seiner politischen Äußerungen nach eigenen Angaben bisher keine Probleme. “Ich habe wegen meiner Aussagen keine Schwierigkeiten gehabt”, sagte er. “Was das Ganze für berufliche Konsequenzen haben wird, kann ich noch nicht abschätzen.”

Bruch war bereits ein prominentes Gesicht der Aktion #allesdichtmachen im April. Damals hatten mehrere Menschen aus der Filmszene mit satirischen Videos den Umgang mit dem Coronavirus kritisiert. Die Aktion löste kontroverse Reaktionen aus – manche warfen der Gruppe vor, das Coronavirus zu verharmlosen. Mehrere Teilnehmer distanzierten sich später von der Aktion. Nun wurden am vergangenen Donnerstag unter dem Motto #allesaufdentisch mehrere Interviewclips von Kunstschaffenden und anderen Menschen online gestellt. Darin werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. Auch die österreichischen Schauspieler Nina Proll und Roland Düringer sind mit von der Partie.

Von: APA/dpa

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