Hirscher verbrachte als Kind viele Sommer auf der Stuhlalm

Ski-Ass Hirscher lud auf “seiner” Stuhlalm zu Kaiserschmarrn

Freitag, 22. Juli 2016 | 13:58 Uhr

Marcel Hirscher ist am Donnerstag zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Der fünffache Ski-Gesamtweltcup-Gewinner führte eine interessierte Wandergruppe auf die Stuhlalm bei Annaberg, wo er seine Kindheit und die frühen Jugendjahre verbracht hatte. Bei Kaiserschmarrn und Brettljause parlierte der Wintersportler über sein Sommerprogramm, Gießkannen-Duschen und den richtigen Muskelaufbau.

“Heute ist fast eine Art Kick-off für die neue Saison. Ich freue mich schon auf alles, was jetzt kommt”, sagte Hirscher zur offiziellen Begrüßung. Sein Vater Ferdinand hatte die Stuhlalm ab 1989 gepachtet. Im Alter von drei Monaten sei er das erste Mal hier gewesen, erzählte der heute 27-jährige Hirscher. Seitdem habe er bis ins 15. Lebensjahr “von etwa Mitte Mai bis September” jeden Sommer auf 1.467 Metern Seehöhe verbracht.

“Ich hab brutal viele Kindheitserinnerungen”, schilderte er. “Am Anfang haben wir nicht einmal fließendes Wasser gehabt. Wir haben uns halt mit der Gießkanne geduscht. Die ersten sieben Jahre hat es überhaupt nur eiskaltes Wasser gegeben.” Seine Kindheit sei sehr speziell gewesen, meinte Hirscher. In Hinblick auf die sportliche Karriere wahrscheinlich aber förderlich, ergänzte er, da ihn landläufige Ablenkungen wie Fernsehen oder Videospiele nur selten tangierten und er speziell seinen Gleichgewichtssinn in der freien Natur schulen konnte.

Nach mehreren Monaten ohne mediale Duftmarke gewährte Hirscher in seinem ureigenen Revier erstmals wieder Einblicke in seine Gedankenwelt. “Mir hat das brutal gutgetan, ein bisschen Abstand zu gewinnen. Es war eine Super-Zeit, nicht permanent meinen Senf dazuzugeben zu jedem Thema”, verriet Hirscher, während sich die Dachsteinregion ziemlich kühl und wolkenverhangen präsentierte. Die Große Bischofsmütze ließ sich erst spät zur Gänze blicken. Und Hirscher war nicht der Einzige, der auf einen nicht den Verhältnissen entsprechenden Dresscode vertraut hatte und sich mit Decken der neuen Stuhlalm-Betreiber behelfen musste.

Diese kredenzten dafür von innen wärmenden Kaiserschmarrn – für Hirscher eine Art kulinarisches Lebenselixier. “Ich habe sicher schon mehr davon gegessen als ihr, auch wenn die meisten von euch schon länger dabei sind”, gestand der Salzburger, dessen Ruf auch Medienvertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Norwegen gefolgt waren. “Ich bin deswegen vielleicht nicht in die Größe gewachsen, aber die Muskeln sind ganz okay”, scherzte er.

Nach einem kurzen Urlaub in Mallorca kommt nun das Trainingsprogramm für den Weltcup-Winter voll in die Gänge. Im Herbst wolle Hirscher eventuell noch einmal Urlaub machen. Die Olympischen Sommerspiele möchte er am Rande verfolgen, die Bewerbe der chancenreichsten heimischen Athleten lässt er sich wohl nicht entgehen. Zum Thema Zeitmanagement bekam er vom Geschäftsführer des Salzburg-Tourismus ein passendes Geschenk: Neben einem Wochenende mit seinen Freunden im Großarltal überreichte ihm Leo Bauernberger eine traditionelle Salzburger Lackschilduhr. Hirscher ist seit dem vergangenen Herbst offizieller Botschafter des SalzburgerLandes.

Von: apa