Radiohead-Frontmann Thom Yorke vertonte Horrorfilm

Soundtrack von Horrorfilm “Suspiria” von Thom Yorke

Dienstag, 23. Oktober 2018 | 12:21 Uhr

Nun hat es für Thom Yorke doch noch geklappt mit der Filmmusik – wenige Jahre nach seinem gescheiterten Versuch mit dem James-Bond-Titelsong “Spectre”. Der Radiohead-Frontmann hat den Soundtrack zur Neuauflage des Horror-Kultfilms “Suspiria” beigesteuert – und das passt.

Rund 80 Minuten dauert die musikalische Untermalung der düsteren Kinobilder, die der italienische Regisseur Luca Guadagnino für sein Remake von Dario Argentos Kultfilm (1977) gefunden hat. Dabei schöpft der soeben 50 Jahre alt gewordene britische Sänger und Multiinstrumentalist bei den Arrangements aus dem Vollen.

Mit dem London Contemporary Orchestra und dessen Chor hat Yorke 24 Stücke eingespielt, die bewusst auch Gruselsound-Klischees aufgreifen. Da schrillen die Geigen, Bässe brummeln unheilvoll, es ertönen spukige Gesänge – man spürt, dass der Komponist sich auf die Hexensabbat-Atmosphäre des Films eingelassen hat.

Hinzu kommen einige “echte” Songs, die Yorke mit seiner tollen Falsettstimme zelebriert – ein guter Zugang für langjährige Fans von Radiohead, deren genialische Popmusik seit fast 30 Jahren zwischen Gitarrenrock, Elektronik und Avantgarde pendelt. Die auf dem Soundtrack in zwei unterschiedlichen Fassungen enthaltene Pianoballade “Suspirium” gehört zu Yorkes schönsten Liedern, auch “Has Ended”, “Open Again” und “Unmade” sind großartig.

“Ich kannte Argentos Originalfilm nicht, ich kannte nur Goblin”, sagte Yorke dem Magazin “Billboard” über den Einstieg in sein erstes Soundtrack-Projekt. Goblin, eine italienische Rockband, hatte in den 70er-Jahren die Musik zu mehreren Argento-Filmen beigesteuert – an ihrem Vorbild wollte sich der Brite beim Remake orientieren, ohne abzukupfern.

Das ist Yorke mit seiner Mixtur aus Gruselsound, Krautrock und starken Songs durchaus geglückt. “Suspiria – Music For The Luca Guadagnino Film” zeigt, wie schon die gefeierten Soundtracks seines Bandkollegen Jonny Greenwood (“There Will Be Blood”), dass Radiohead-Musiker längst keine Genre-Grenzen mehr kennen. Der Film läuft übrigens am 1. und 5. November bei der Viennale, bevor er am 15. November regulär ins Kino kommt.

Von: APA/dpa

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