Die Gruppe sehnte sich schon sehr nach Live-Auftritten

Starkes Jubiläumsalbum von Duran Duran

Dienstag, 19. Oktober 2021 | 11:55 Uhr

Frühere Weggefährten treten in 80er-Jahre-Shows auf und veröffentlichen ein Greatest-Hits-Album nach dem anderen. Duran Duran aber wollen sich nicht auf alten Erfolgen ausruhen – und schon gar nicht zu nostalgisch werden. Das macht die Band aus Birmingham, die für Popklassiker wie “Girls On Film”, “The Wild Boys” oder “A View To A Kill” steht, auf ihrem neuen Album “Future Past” klar.

“Es geht darum, sein Leben zu leben, während man lebt, und sich nicht an Momente aus der Vergangenheit zu klammern”, sagt Frontmann Simon Le Bon. “Denn Zeit ist etwas, das man nicht aufhalten kann.” Ausgebremst durch die Pandemie, wie so viele Künstler, sind die Briten voller Tatendrang.

Mitte September feierten Duran Duran mit zwei Konzerten in ihrer Heimatstadt das Bandjubiläum und gaben nach langer Coronapause ihr Bühnencomeback. “Es ist großartig”, schwärmt der 62-jährige Le Bon im Zoom-Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London. “Es ist einem gar nicht klar, wie sehr man es vermisst hat, bis man wieder da oben steht.”

Der Sänger ist aus Texas zugeschaltet. Seine Band tritt dort gleich zweimal als Headliner beim riesigen Austin City Limits Festival auf. Ihre Setlist ist eine ausgewogene Mischung aus alten Hits und neueren Songs.

So ähnlich lässt sich auch “Future Past” umschreiben. Auf dem neuen Album kombinieren Duran Duran nämlich ihren klassischen Sound mit modernen Elementen. Sie klingen vertraut, ohne sich selbst zu kopieren. “Wir sind nicht sehr gut darin, einfach immer dasselbe zu machen”, betont Le Bon. “Wir wollen immer was Neues versuchen.”

Echte Ohrwürmer sind das groovige “All Of You”, die atmosphärisch dichte Ballade “Future Past” (ein neues “Save A Prayer”) und das treibende “Beautiful Lies” mit dem unverkennbaren Einfluss von Produzenten-Guru Giorgio Moroder. “Es ist genauso sein Stil wie unser Stil”, sagt Le Bon, für den ein Traum in Erfüllung ging. “Das war eine tolle Kollaboration – eine, auf die wir uns genau genommen seit Jahren gefreut haben.” Erst jetzt habe es zeitlich endlich gepasst.

Neben Altmeister Moroder wirkte unter anderem Starproduzent Mark Ronson mit. Maßgeblichen Einfluss auf den Klang des Albums hatte zudem Blur-Gitarrist Graham Coxon, der laut Le Bon von Anfang bis Ende dabei war. “Ich finde Grahams Gitarre unglaublich”, schwärmt er. “Er ist ein echter Innovator.”

E-Gitarren kamen seit dem Ausstieg von Stammgitarrist Andy Taylor mitunter etwas zu kurz, sind aber laut Le Bon weiter sehr wichtig für den Sound von Duran Duran. Dann hätte Coxon auf “Future Past” gern auch noch prominenter durchklingen dürfen.

Die Schwedin Tove Lo gastiert bei der treibenden Dancefloor-Nummer “Give It All Up”. Überraschend gut funktioniert auch das Duett mit der in Flensburg geborenen britischen Rapperin Ivorian Doll. Die 23-jährige reimt lässig über 80er-Jahre-Synthesizer und den extrem funky gespielten Bass von John Taylor. “Wenn man immer wieder neue Sachen ausprobiert, bleibt es spannend”, sagt Le Bon, dessen Stimme mit über 60 kaum älter klingt als bei frühen Duran-Duran-Erfolgen.

Einen Song über ihr 40-jähriges Bestehen haben Simon Le Bon, John Taylor, Nick Rhodes und Roger Taylor, die sich ihren glamourösen Look mit stylishen Anzügen bewahrt haben, auch aufgenommen. “Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns schon so lange gibt und wir es geschafft haben, zusammenzubleiben”, betont der Sänger. “Kommt und feiert diese Verbindung”, singt er im launigen “Anniversary”.

“Man sagt ja, dass für einige Leute das Glas halb leer ist und für andere halb voll”, sagt Le Bon. “Für uns als Band ist das Glas definitiv halb voll.” Das hört man. “Future Past” ist dynamisch, vielseitig und angenehm zeitlos. Zum Jubiläum ist Duran Duran eines ihrer besten Alben seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten gelungen.

(S E R V I C E – www.duranduran.com)

Von: APA/dpa

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