Stevie Nicks nahm auch "viele Drogen"

Stevie Nicks: Fleetwood Mac ohne Abtreibung nicht möglich

Freitag, 16. Oktober 2020 | 11:55 Uhr

Die amerikanische Sängerin Stevie Nicks hat sich zur Abtreibung ihres Kindes geäußert und für das Recht darauf geworben. Die Frontfrau der britisch-amerikanischen Band Fleetwood Mac hat im Jahr 1979 eine Schwangerschaft beendet – auf dem Höhepunkt des Band-Erfolgs. “Hätte ich diese Abtreibung nicht gemacht, hätte es Fleetwood Mac nicht gegeben. Da bin ich mir sicher”, sagte die 72-Jährige der britischen Zeitung “The Guardian”.

Es wäre für sie zu dem Zeitpunkt nicht möglich gewesen, ein Kind zu haben, sagte die Musikerin. “So hart, wie wir die ganze Zeit gearbeitet haben.” Außerdem habe sie “viele Drogen” genommen. “Abtreibungsrechte waren der Kampf meiner Generation”, sagte Nicks dem “Guardian”. “Wenn Präsident Trump die Wahl gewinnt und die Richterin einsetzt, die er möchte, wird sie es verbieten und Frauen in Hintergassen-Abtreibungen zwingen.”

US-Präsident Donald Trump hat Ende September die klar konservative Juristin Amy Coney Barrett als Nachfolgerin der gestorbenen Ruth Bader Ginsburg nominiert. Das Oberste Gericht hat oft das letzte Wort bei Grundsatzfragen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Konservative nun einen neuen Anlauf machen könnten, das Recht auf Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen vor Gericht zu kippen oder zumindest einzuschränken.

Softrockikone Nicks leidet seit Beginn der Coronapandemie zudem unter Schlaflosigkeit. “Ich komme immer erst um 8 Uhr morgens ins Bett. Das ist nicht cool. Ich führe das auf meine Angstzustände zurück”, sagte die US-Sängerin. Dennoch bringt die Songwriterin am 21. und 25. Oktober nun ihren 2017 an zwei Abenden aufgenommenen Film “24 Karat Gold The Concert” weltweit in die Kinos.

Die Frontfrau der mit etwa 120 Millionen verkauften Tonträgern seit über 50 Jahren erfolgreichen Band zeigte sich auch so zugleich zuversichtlich. “Es wird sicherlich besser, wenn der ganze Mist mit Covid-19 vorüber ist. Das kann zwar noch dauern. Aber wenn ich etwas im Leben gelernt habe, dann ist es, Krisen durchzustehen.” Nicks’ Drogen- und Liebeseskapaden mit dem früheren Fleetwood-Mac-Musiker Lindsey Buckingham sind hinreichend überliefert.

Heutzutage passt Nicks, die als einzige Frau sowohl mit Band als auch als Solokünstlerin in die “Rock and Roll Hall of Fame” aufgenommen wurde, gut auf sich auf. “Ich verlasse gerade nur noch für Arztbesuche das Haus. Ich bin übervorsichtig. Denn ich weiß, wenn ich Corona bekäme und beatmet werden müsste, wäre das das Ende meiner Karriere. Aber ich habe noch viel vor.”

Das zeigt auch ihr Konzertfilm. Neben Hits wie “Stand Back”, “Gypsy”, “Rhiannon” und “Stop Draggin” My Heart Around” traut sich die Musikerin mit ihrer Begleitband während der zweieinhalbstündigen Show auch an unbekanntere Songs. “Wenn du eine gute Geschichte zu jedem Stück zu erzählen hast, freut sich das Publikum auch über solche Lieder”, sagte Nicks. So offenbart sie auf der Bühne Anekdoten über den US-Rock-Kollegen Tom Petty, der ihr den Weg für die Solokarriere ebnete, ebenso wie über die Soul- und Pop-Legende Prince – beide starben vor einigen Jahren.

Waren es früher vor allem Männer, die ihr zu Füßen lagen, sind es heute Frauen wie Taylor Swift oder Miley Cyrus, die ihre Bewunderung zum Ausdruck bringen. “Erst in den letzten Jahren bin ich mir über den Einfluss, den ich auf junge Sängerinnen habe, bewusst geworden”, so Nicks. “Für mich sind sie wie die Töchter, die ich nicht geboren habe.”

Von: APA/dpa

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