Suzi Quatro kommt am 16. Mai nach Wien

Suzi Quatro “zu 100 Prozent Rock ‘n’ Roll”

Mittwoch, 12. April 2023 | 10:55 Uhr

Suzi Quatro steht seit bald sechs Dekaden auf der Bühne: “Ich bin zu 100 Prozent Rock ‘n’ Roll, auch wenn ich meine softeren Momente habe”, sagte die Sängerin und Gitarristin im APA-Interview. “Ich verändere mich für niemanden, das war und ist mein Lebensmantra. Ich wollte nie den Vorstellungen von irgendjemandem entsprechen, sondern ich selbst sein. That’s it! Wenn dir das nicht passt, schade.” Am 16. Mai gastiert die Rocklegende in der Wiener Stadthalle, Halle F.

Auf ihrer aktuellen Tour präsentiert Quatro das 2021 erschienene Album “The Devil In Me” und die neue EP “Uncovered”, für die sie sechs Fremdkompositionen interpretiert hat. Ihre aktuellen Konzerte enthalten die alten Hits und Material von den beiden neuen Arbeiten. “Bei ‘Bad Moon Rising’, im Original von CCR, geht immer die Post ab”, schmunzelte Quatro. “Die Show repräsentiert meine ganze Karriere und ich habe die beste Zeit ever auf der Bühne. Wir machen Rock ‘n’ Roll Entertainment über zwei Stunden.”

Seit 59 Jahren ist sie nun in diesem Geschäft, betonte die 72-Jährige. Es sei ein sehr seltsames Gefühl während der Pandemie gewesen, nicht auf Tournee zu sein. An ein Farewell habe sie über die Jahre nie gedacht: “Ich gehe jeden Abend mit dem Gefühl auf die Bühne, dass es meine erste Show ist, dass ich mich beweisen muss. Ich liebe meinen Beruf, warum sollte ich aufhören?”

Vor genau 50 Jahren stand Quatro mit dem Song “Can The Can” zum ersten Mal an der Spitze der Hitparade. Der gewiefte britische Produzent Mickey Most hatte die Amerikanerin entdeckt. “Nachdem er mich mit meiner Band in meiner Heimatstadt Detroit live erlebt hatte, sagte er zu mir, ich sei anders, einzigartig. Er wiederholte das immer wieder. Er meinte, ich sei tough, aber gleichzeitig süß. ‘Du wirst alle Arten von Persönlichkeiten ansprechen, Frauen wie Männer’, prophezeite er mir.”

Ihrem ikonischen Lederlook stand Most zunächst skeptisch gegenüber. “Er meinte, Leder sei altmodisch. Ich sagte: nicht für mich”, lachte die Musikerin. “Most schlug dann einen ledernen Overall vor. Eine großartige Idee, weil ich mich damit auf der Bühne gut bewegen kann. Aber nie wäre mir damals in den Sinn gekommen, dass es ein sexy Outfit sei. Ich war so grün hinter den Ohren, ich versuchte gar nicht, sexy zu sein – und war sexy. Ich habe allerdings Aussehen oder Sexyness nie als Waffe benutzt. Ich bin einfach wie ich bin.” Nachsatz: “Ich trage in der zweiten Hälfte meiner Show immer noch Leder. Das zeigt, dass es eine gute Wahl war.”

Auf ihren Sound habe die Übersiedlung nach London keine Auswirkung gehabt, betonte Quatro. “Ich stand seit meinem 14. Lebensjahr auf der Bühne, geboren und aufgewachsen in Detroit, und kam mit 21 nach England. Meine musikalische Richtung war da bereits festgelegt. Ich war immer eine Rockerin. Ich habe nichts Englisches in meiner Musik.”

Nach Detroit kehre sie “so oft wie möglich” zurück, erzählte Quatro. “Ich habe vermutlich die größte Kollektion der Welt an Detroit-T-Shirts”, lachte sie. “Man kann das Spezielle an Detroit nicht erklären. Da liegt etwas in der Luft, es ist eine besondere Energie spürbar. Menschen aus Detroit sind ein ganz eigener Schlag und sie ändern sich nie.”

Für “The Devil In Me” habe sie die besten Kritiken ihrer ganzen Karriere bekommen, freute sich Quatro. “Mein Debüt ‘Suzi Quatro’ von 1973 hat eine Duftmarke gesetzt, war erfolgreich und hat Grenzen niedergerissen. Für ‘The Devil In Me’ habe ich zum zweiten Mal mit meinem Sohn zusammengearbeitet. Er hat mich gepusht, weil das Album so bahnbrechend wie mein Debüt werden sollte. Das war sein Plan. Verraten er mir das erst am Ende der Aufnahmen. Er hat mich zu dem Gefühl zurückgebracht, dass ich 1973 hatte.”

2016 wurde der Rockerin übrigens ein Ehren-Doktortitel in England verliehen. “Ja, ich bin Dr. Quatro, möchten Sie einen Termin? Ich verschreibe gute Laune”, schmunzelte sie am Ende des Interviews.

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E – www.suziquatro.com)

Von: apa

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