Computerwissenschafter Bernd Bickel

“Technik-Oscar” an Vorarlberger Computerwissenschafter

Samstag, 26. Januar 2019 | 22:00 Uhr

Der Vorarlberger Computerwissenschafter Bernd Bickel (36) vom Institute of Science and Technology (IST) Austria erhält einen “Technik-Oscar”. Gemeinsam mit Kollegen wird er von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars vergibt, für die Entwicklung eines Systems zur Übertragung von Mimik auf animierte Figuren mit einem “Technical Achievement Award” ausgezeichnet.

Nachdem die Academy die Preisträger bereits im Dezember bekannt gegeben hatte, wurde Bickel Samstagabend im Rahmen des Wiener Balls der Wissenschaften im Rathaus als Preisträger vorgestellt. Bickel, geboren am 3. Juni 1982 in Feldkirch, studierte an der ETH Zürich, wo er 2010 sein PhD-Studium in Computerwissenschaften abschloss. Von 2010 bis 2014 war er bei Disney Research in Zürich tätig, seit 2015 ist er Assistant Professor am IST Austria in Klosterneuburg.

Dort hat er gemeinsam mit seinen Kollegen Thabo Beeler, Derek Bradley und Markus Gross das “Medusa Performance Capture System” entwickelt, für welches das Team nun mit dem “Technik-Oscar” ausgezeichnet wird. Das System ermöglicht es, Gesichter besonders realitätsnahe digital nachzubilden. Es kam unter anderem in Filmen wie “Maleficent”, “Star Wars” und “Fluch der Karibik” zum Einsatz. Im Superheldenfilm “Avengers: Infinity War” wurde das System dazu genutzt, die Performance des Schauspielers Josh Brolin auf den Filmschurken Thanos zu übertragen.

Heuer werden neun Oscar-Würdigungen für wissenschaftlich-technische Errungenschaften an insgesamt 27 Personen vergeben. Weitere Preisträger sind u.a. die Brüder Thomas und John Knoll für die Entwicklung des Bildbearbeitungsprogramms “Photoshop”. Die Auszeichnungen werden am 9. Februar in Beverly Hills verliehen. Die feierliche Oscar-Show geht am 24. Februar in Hollywood über die Bühne.

Von: apa