Der Kinostart ist für kommendes Jahr geplant

Terry Gilliam beendet “Don Quixote”-Dreh nach 17 Jahren

Dienstag, 06. Juni 2017 | 16:54 Uhr

17 Jahre nach ursprünglichem Beginn hat Regisseur Terry Gilliam (“12 Monkeys”) die Dreharbeiten zu “The Man Who Killed Don Quixote” beendet. Ein Herzensprojekt Gilliams seit den späten 80er-Jahren, begann der Dreh im Jahr 2000, musste wegen Rückschlägen aber regelmäßig verschoben werden. Der Kinostart ist nun für kommendes Jahr geplant, teilte der Filmverleih am Dienstag mit.

Die Probleme, die das Projekt von Beginn an begleiteten, waren vielfältig und inspirierten einen eigenen Dokumentarfilm – “Lost in La Mancha”, der 2002 erschien. Erst war der gewählte Drehort im nordspanischen Navarra aufgrund immer wieder aufsteigender Flugzeuge einer nahen NATO-Basis ungeeignet, dann konnte der Hauptdarsteller Jean Rochefort wegen eines schweren Bandscheibenvorfalls nicht mehr auf einem Pferd reiten. Der Dreh wurde eingestellt und finanzielle Probleme und rechtliche Streitereien folgten, ehe Gilliam im Jahr 2014 die Produktion mit neuer Besetzung wieder aufnahm.

“The Man Who Killed Don Quixote” erzählt frei nach dem Klassiker von Miguel Cervantes von einem Werbefachmann aus London, der durch die Zeit reist und zwischen London im 21. Jahrhundert und La Mancha im 17. Jahrhundert hin- und herspringt, wo Don Quijote ihn für Sancho Pansa hält. Die Hauptrollen übernehmen Jonathan Pryce (“Game of Thrones”) als Don Quijote und Adam Driver (“Star Wars: Das Erwachen der Macht”) als Toby. In weiteren Rollen sind Olga Kurylenko, Stellan Skarsgard und Newcomerin Joana Ribeiro zu sehen. Die Koproduktion zwischen Frankreich, Spanien, Portugal und Belgien wurde u.a. in der spanischen Region Kastilien-La Mancha, auf den Kanarischen Inseln sowie in Lissabon gedreht.

“Don Quixote ist ein Träumer, ein Idealist und ein Romantiker, der entschlossen ist, die Einschränkungen der Realität nicht zu akzeptieren, unabhängig von Rückschlägen – genau wie wir uns auch nicht haben abhalten lassen”, schlägt Gilliam in einer Aussendung die Brücke vom Stoff zu seinem Projekt. “Wir haben so lange an dem Projekt gearbeitet, dass uns die Idee, diesen Film wirklich zu beenden, am Ende ziemlich surreal erschien. Jeder vernünftige Mensch hätte vor Jahren aufgegeben, aber manchmal gewinnt der Dummkopf am Ende.”

Zu Ende ist die beschwerliche Reise aber nicht: Wie die “New York Times” berichtet, geht die portugiesische Regierung aktuell Vorwürfen nach, wonach das aus dem 12. Jahrhundert stammende Christuskloster, eine UNESCO-Welterbestätte, beim Dreh beschädigt worden sein soll. Gilliam dementierte die Vorwürfe.

Von: apa

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