Ringo Starr nahm bei einer Zoom-Pressekonferenz Stellung

The Beatles und ihr “Let It Be” – Jubiläumsausgabe und Filme

Sonntag, 10. Oktober 2021 | 08:27 Uhr

“Let It Be” war das Abschiedsalbum der Beatles, begleitet von einem Dokumentarfilm. Letzteren hat Paul McCartney laut Aussendung stets als “ziemlich traurig” empfunden, “da er sich mit der Auflösung der Band befasste”. Nun hat sich Peter Jackson des Rohmaterials angenommen. Seine mehrstündige Schnittfassung zeige die “wunderbare Zeit”, die die Musiker zusammen hatten, betonte McCartney. Eine Jubiläumsausgabe des Albums “Let It Be” geht der Ausstrahlung via Disney+ voraus.

“Die Neuauflage des Albums und auch die Dokumentation sind großartig”, schwärmte Ringo Starr kürzlich bei einer Zoom-Pressekonferenz, an der die APA teilnahm. “Wir haben 56 Stunden bisher nicht verwendetes Videomaterial gefunden. Peter Jackson hat sich dem angenommen, ein Segen für uns!”

Der Drummer war mit der Originaldokumentation “nie recht zufrieden”: “Da war keine Freude zu spüren.” Das sei jetzt anders, betonte Starr. “Wir haben damals innerhalb eines Monats eine Platte gemacht, dann gaben wir das Konzert am Dach. Wir haben wieder live gespielt! Das gibt es eine Szene in der Dokumentation, in der Paul fragt: ‘Wer mag schon live spielen?’ Man hört mich im Hintergrund: ‘Ich will!'”, lachte Starr.

“Get Back”, so der Titel von Jacksons drei zweistündigen Filmen, die Ende November erstmals zu sehen sind, soll also ein neues Licht auf die Arbeiten an dem Album werfen, das 1970 als “Let It Be” in den Handel kam. Nachdem es zuvor Streitigkeiten gegeben hatte, kam McCartney die Idee, The Beatles an ihre Ursprünge zurückzuführen. Man sollte ein neues Album quasi live einspielen, mit extra dafür neu komponierten Songs. Da eine Tournee nicht infrage kam, entschied man sich für eine Dokumentation. Dafür spielte die Band dann auch ihr legendäres Konzert am Dach ihrer Plattenfirma in London, das die Polizei nach 42 Minuten nach Beschwerden wegen des “Lärms” beendete.

Produzent Glyn Johns schwebte kein aufpoliertes Album – das ursprünglich “Get Back” heißen sollte – vor, sondern er plante etwa Studiogespräche und falsche Einstiege in die Songs mit auf die Platte zu nehmen, um so den Session- bzw. Live-Charakter zu wahren. Die Beatles legten allerdings das komplette Projekt auf Eis, um ihr Meisterwerk “Abbey Road” einzuspielen. Nach der Trennung der Band kam schließlich “Get Back” als “Let It Be” in einer re-produzierten, nun doch aufpolierten Version von Phil Spector in den Handel. Ein gutes Beispiel für Spectors charakteristischen Wall-of-Sound-Stil auf dem Album ist sein orchestraler Overdub auf “The Long and Winding Road”, das zur 20. US-Single der Beatles wurde.

Der neue Stereo-Mix von “Let It Be” durch Giles Martin, Sohn des Beatles-Produzenten Sir George Martin, orientiert sich an der Spector-Produktion. Am Freitag erscheint das Album auf Vinyl, Picture Disc, CD und Doppel-CD (mit 14 Bonustracks). Die obligatorische Super Deluxe Edition (fünf CDs und eine Blu-ray mit Dolby-Sound bzw. vier LPs und einer 12″) wartet u.a. mit dem neuen Stereo-Mix, 27 bisher unveröffentlichten Session-Tracks, einer ‘Let It Be’-EP, dem bisher ebenfalls unveröffentlichten ursprünglichen LP-Mix von Glyn Johns und einem Buch auf.

In der Zoom-Pressekonferenz wurde Ringo Starr auch über das Vermächtnis der Beatles generell befragt. “Wir haben die Musikgeschichte verändert. Wir haben die Songs geschrieben und nicht nur aufgenommen. Vorher war das noch strikt getrennt: auf der einen Seite die Songschreiber, auf der anderen die Musiker.” Nachsatz: “Die Beatles sind immer noch da draußen, die Musik hat Bestand!” Davon zeugt “Let It Be” – die Neuauflage in allen Formaten und der Film von Jackson unterstreichen das.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "The Beatles und ihr “Let It Be” – Jubiläumsausgabe und Filme"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
inni
inni
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Sogor in Bort a no färben ist zuviel des Guten … 🤦🏻‍♂️

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Die jungen Beatles schrieben und produzierten viel Schmäh; älter geworden, wurde die Musik reifer. Get Back oder Let it Be, aber auch schon Hey Jude sind beredte Beispiele dafür. Sergeant Peppers leitete die Wende zur Zeitlosigkeit der Beatles ein.

wpDiscuz