Gottschalk wird gewisse Begriffe nicht mehr benutzen

Thomas Gottschalk zieht Lehren aus Rassismus-Kritik

Sonntag, 14. Februar 2021 | 13:49 Uhr

Thomas Gottschalk zieht Lehren aus der Rassismus-Kritik an einer Ausgabe der WDR-Talksendung “Die letzte Instanz”. “Ich werde gewisse Begriffe nicht mehr benutzen und diese nicht zähneknirschend vermeiden, weil es die Political Correctness verbietet, sondern weil einem Menschen mit meiner Eloquenz unzählige Worte zur Verfügung stehen, die weder missverständlich sind, noch aus einer Denkschule kommen, die ausgedacht hat”, schrieb er in einem Beitrag in der “Welt am Sonntag”.

Der 70-jährige Entertainer war in einer Ausgabe von “Die letzte Instanz” zu Gast, die der Westdeutsche Rundfunk (WDR) Ende Jänner als Wiederholung im Fernsehen gezeigt hatte. Danach gab es viel Kritik in sozialen Netzwerken wie Twitter; auch in der Audio-App Clubhouse entbrannten Debatten über Alltagsrassismus. In der TV-Talkrunde bei Moderator Steffen Hallaschka hatten Gottschalk und als weitere Gäste Micky Beisenherz, Janine Kunze und Jürgen Milski gesellschaftliche Themen diskutiert, darunter die Frage: “Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?”

Gottschalk schrieb in seinem Gastbeitrag in der “Welt am Sonntag” nun: “Was das Z-Wort aus der ‘Letzten Instanz’ betrifft, habe ich für einen Ausdruck grünes Licht gegeben, dem ich in Zukunft die Rote Karte zeigen werde, und ich verspreche, das unselige Wort nie mehr zu benutzen.” Der Begriff “Zigeuner” wird etwa vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt. Es handle sich um eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft.

An anderer Stelle des Artikels betonte Gottschalk: “Gerade musste ich lernen, dass man Menschen auch dadurch enttäuschen kann, dass man sie nicht versteht. Man kann sich auch nicht damit herausreden, dass man eine ‘andere Sprache’ spricht, zu der Vokabeln gehören, die, in der eigenen Wahrnehmung, weder etwas mit Diskriminierung noch mit Rassismus zu tun haben.” Es gebe Momente, da müsse man einfach zur Kenntnis nehmen, dass es so, wie es immer ging, eben nicht mehr gehe. “Weil Menschen sich verletzt fühlen, die man nicht verletzen will.”

Über sich selbst schrieb Gottschalk: “Ich war und bin ein Showmaster, dessen größte Sorge es immer war, einen Gag liegen zu lassen. Den Ernst der Lage habe ich nie zur Kenntnis nehmen wollen und müssen.” An Gottschalks Auftritt bei “Die letzte Instanz” gab es auch deshalb heftige Kritik, weil er angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, “wie sich ein Schwarzer fühlt”.

Vom WDR heißt es inzwischen, die Sendung stehe zu Recht unter starker Kritik. “Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mit diskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt davon betroffen sind. Wir lernen daraus und werden das besser machen.” Die generelle Idee des Meinungstalks “Die letzte Instanz” beschreibt der Sender so: “Ob politische Geschmacklosigkeiten, grenzwertige Promi-Tweets, fragwürdige Schlagzeilen oder Moralfragen” – zu all dem sollen vier Gesprächsgäste deutlich ihre Meinung äußern.

Von: APA/dpa

Kommentare

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33 Kommentare auf "Thomas Gottschalk zieht Lehren aus Rassismus-Kritik"


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der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
21 Tage 5 h

Traurige Welt, wenn man sich entschuldigen muss weil man Zigeunerschnitzel sagt……wo wird das noch enden, verbietet man bald die ganze deutsche Sprache?

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
21 Tage 5 h

Na ja, der Begriff “Zigeuner” war/ist ein Schimpfwort (mit tödlichen Konsequenzen) für eine Bevölkerungsgruppe. Ich verstehe die Reaktion der Sinti bzw. Roma. Das Schnitzel kann auch Budapester-Schnitzel (oder nach Budapester Art) heißen. Ohne dass die deutsche Sprache Schaden nimmt.

Sun
Sun
Superredner
21 Tage 5 h

Ein Sinti oder Romaschnitzel schmeckt bestimmt gleich gut, wenn man die gleiche Rezeptur nimmt.
Wenn der Südtiroler sagt: Du Zigeiner, dann will er damit bestimmt keinen loben.

sophie
sophie
Universalgelehrter
21 Tage 4 h

@Hustinettenbaer
Kann man schon anders benennen, aber heutzutage ist bald alles ein Problem oder wird einfach alles aufgepauscht, wo soll das nochmals hin führen ????

Trina1
Trina1
Superredner
21 Tage 3 h

@Hustinettenbaer na iatz schlag es dreizehn, das heisst schon ewig so. Schau nach es gibt so Schokoladen die heissen seid eh und je Negerküsse !

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

@der echte Aaron
Es gibt ja auch noch Jägerschnmitzel oder Wienerschnitzel.
Das empfindet man diskriminierend für aller Jäger*innen und Wiener*innen.
Die deutsche Sprache wird ohnehin bald abgeschafft. Siehe das unsäglicher Gegendere oder die Verwendung von Anglizismen. (wenn es wenigstens Amizismen wären).

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

@Trina1
Ich find das Wort “Negerkuss” auch schön. Sieht manch Farbiger wahrscheinlich ganz anders.
Einen “Piefke-Döner” würde ich ohne Hemmung probieren. Allerdings nicht mit Sauerkraut.

enkedu
enkedu
Kinig
21 Tage 3 h

Nichts anderes als eine Ausgeburt dieses Neobiedermaiertums, in dem wir derzeit leben. Hoffentlich geht das bald vorbei.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
21 Tage 2 h

@Paladin
Hab ich mit Interesse gelesen. Interessant. Der Streit über die Begriffe-Hoheit zieht sich durch sämtliche Gruppen.
Ich zucke bei der Jugendsprache https://www.welt.de/debatte/kommentare/article156705050/Ist-Schlampe-vielleicht-satirisch-gemeint.html
zusammen.

Trina1
Trina1
Superredner
21 Tage 2 h

@Hustinettenbaer ich habe auch kein Problem. Es wird alles so aufgebauscht!

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 1 h

@Hustinettenbaer
In der Pfalz gibt es ein Gericht, das heißt Saumagen. (Galt angeblich als Leibspeise des Kanzlers).
Ob sich schon mal jemand Gedanken gemacht hat, was die Schweine davon halten?

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
21 Tage 1 h

Zigeuner kann ein Schimpfwort sein, muss aber nicht. Aber das jemand einen Anderen Zigeunerschitzel beschimpft, habe ich noch nie gehört. Ich wäre stolz, wenn ein Gericht meinen Namen tragen würde.

Paladin
Paladin
Grünschnabel
21 Tage 1 h

@Hustinettenbaer
Ja es ist in der Tat interessant. Manchmal kommt es einem vor, dass bestimmte Interessegruppen Ihre Meinung anderen in Form von “Verbesserungen” aufzwingen und auf Teufel komm raus die Welt verbessern wollen. Schade nur, dass sie oftmals die Betroffenen gar nicht fragen. Es erinnert eigentlich ein bisschen an den groschspurigen Imperialismus. Nach dem Motto wir retten die armen Unzivilisierten vor sich selbst… nur hat die niemand gefragt ob sie überhaupt “gerettet” werden wollen. Von daher wird nicht jeder Zigeuner sich freuen als Roma oder Sinti bezeichnet zu werden, im Gegenteil!

Moritz P.
Moritz P.
Grünschnabel
20 Tage 23 h

@Hustinettenbaer
Zigeuner ist ein sammelbegriff für das fahrende Volk, wie Roma, Sinthi usw.
Wer schleches hören will, der hort es auch!

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
21 Tage 4 h

Hallo @Sprachpolizisten,

der Name Thomas “Gottschalk” beleidigt meine religiösen Gefühle, ich empfinde das als Blasphemie.
Gott lässt sich nicht spotten laut Galater 6:7.
Er muss sich umbenennen.
Meinetwegen in  “Thomas Spassmacher für höhergestellte Himmelswesen” oder “Thomas Himmelwesen-Entertainer.”

Angesichts der vielen Opfer der Christenverfolgung vor 2000 Jahren ist das gewiss nicht zuviel verlangt!

Auf Wiedersehen in Südtirol 

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

@Andreas….
wenn so ein Typ wie Gottschalk von sich sagt: “ein Mensch mit meiner(!) Eloquenz”, dann zeugt das von einer immensen Selbstüberschätzung.
Aber was will man von einem drittklassigen Spassmacher schon erwarten?

enkedu
enkedu
Kinig
21 Tage 3 h

Mindestens einer mit Phantasie hier. Bravo.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
20 Tage 23 h

Hallo @enkedu,

da hab ich was losgetreten.
Anwälte von Kirchen und Thomas Gottschalk haben gerade folgende Einigung verkündet:
Gott nennt sich in Josef Müller um.
Thomas Gottschalk ist es bei Zwangsgeld untersagt sich in Thomas Josefmüllerschalk umzubenennen.

Die Küster sind gebeten die Termine für Gottesdienst in Josefmüllerdienste umzubenennen.
Das Vaterunser und andere einschlägige Gebete sind anzupassen..

Josef Müller schütze Südtirol

Offline
Offline
Superredner
21 Tage 3 h

Wann kommt endlich eine neue Bezeichnung für den “Führerschein” ???

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

@offline
Gibts es doch schon. Mittlerweile heißt das in Deutschland Führer*innen schein

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
21 Tage 2 h

@Offline
Oh, oh. Wenn das der Führer wüsste.

Trina1
Trina1
Superredner
21 Tage 2 h

@Hustinettenbaer 😂

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 1 h

@Hustinettenbaer
Bitte um korrekte Sprache. Das muss Führer*innen heissen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
20 Tage 22 h

@pfaelzerwald
Tschuldigung. Mein Fehler*innen.😁

Paladin
Paladin
Grünschnabel
21 Tage 4 h
Es wird langsam problematisch, jeder kann sich durch so ziemlich alles verletzt und beleidigt fühlen. Das führt in die falsche Richtung. Die Gesellschaft wird zur ANgstzone, zur Verbotszone. Es wird höchste Zeit, dass wir uns in eine andere Richtung orientieren. Denn wenn man ansgt hat jemandem anderes auf die Füsse zu treten kann das auch sehr schnell und sehr leicht dahin ausarten, dass man sich freiwillig in seiner freien Meinungsäusserung einschrenkt. Das ist falsch. man muss auch einstecken können. Gerde junge Leute bekommen damit vermittelt, es sei alles Friede, Freude, Eierkuchen, wenn sie dann mit etwas konfrontiert werdne, was den… Weiterlesen »
Moritz P.
Moritz P.
Grünschnabel
20 Tage 23 h

Wenn wir jetzt alle Begriffe äandern, weil sich villeicht irgendjemand beleidgt fühlen könnte, dann wären wir ehrlich arm dran.
Fängt jetzt mit der polemik über das Schnizl an und dann?
Orte, wie Judenburg, Völkermarkt, usw., was ist dann damit?
Alles nur Heucherei!!!!!!

Oma
Oma
Superredner
20 Tage 23 h

Iss gearn a wienerwürstl🤣

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
20 Tage 11 h

@Oma
Oje, es gibt auch noch Frankfurter, Nürnberger und Regensburger Würstl. Und in München auch noch Brühpolnische. Was ist eigentlich mit der Weisswurst?

Paula
Paula
Tratscher
20 Tage 10 h

Jede Sprache hat doch ihre Eigenheiten, aber man kann wie immer alles übertreiben. In Österreich darfst kein Wieder Würstchen bestellen, weil die auch keine Landsleute essen. Da heißt das dann ja auch Frankfurter. So gibt es eben auch ein Zigeuner- oder ein Wiener Schnitzen, einen Negerkuß oder was auch immer. Man kann immer und überall etwas finden, was einem an einer Sprache nicht gefällt. Sich darüber aber so aufzuregen und gleich Rassismusdiskussionen anzufangen finde ich etwas schräg.

Lustig finde ich, dass Herr Gottschalk sich für eloquent hält – auch wenn manche das Wort googeln müssen 😄. Wer weiß, vielleicht auch der Thomas…..

Offline
Offline
Superredner
20 Tage 11 h

Die beste Konsequenz wäre, er würde sich komplett aus dem “Laber-Show-Geschäft” und der TV-Werbung zurückziehen. Er nervt.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

@Offline
Stimmt, der Typ nervt.

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