Lange durfte sich die Linzerin nicht Miss Austria nennen

Titel aberkannt: “Miss Austria” muss Krone abgeben

Sonntag, 07. Oktober 2018 | 13:12 Uhr

Erstmals in der 90-jährigen Geschichte des Bewerbs ist einer “Miss Austria” der Titel aberkannt worden. Die am 1. September 2018 zur schönsten Frau Österreichs gekürte Linzerin Daniela Zivkov habe laut einer Presseinformation wiederholt gegen ihren Lizenzvertrag verstoßen. Sie muss ihre Krone mit sofortiger Wirkung abgeben. Neue Miss Austria wird die zweitplatzierte Izabela Ion aus Vorarlberg.

“Frau Zivkov hat seit ihrer Wahl trotz zahlreicher Hinweise auf die rechtliche Situation und Abmahnungen mehrfach gegen den Lizenzvertrag verstoßen”, begründete Jörg Rigger, Geschäftsführer der Miss Austria Corporation, am Sonntag den Schritt gegenüber der APA.

Sein Unternehmen habe die exklusiven Vermarktungsrechte für die fünf erstplatzierten Frauen bei der “Miss Austria”-Wahl. Ein Lizenzvertrag regle die Rechte und Verpflichtungen während der “Regentschaft” genau. Zivkov habe jedoch ohne Rücksprache zu halten oder ihn zu informieren Auftritte für andere Medien wahrgenommen. “Sie sagte uns, sie sei privat dort gewesen, ist dann aber auf der Bühne gestanden.”

Außerdem habe sie bei Terminen nicht jene Produkte verwendet, die ihr zugewiesen wurden. Trotz eines Vertrags mit einem Autohersteller sei etwa in einer Zeitschrift ein Foto von ihr erschienen, das sie mit einer anderen Automarke zeigte, sagte Rigger.

Mit der Aberkennung des Titels ist es der 21-jährigen angehenden Berufsoffizierin und Thai-Boxerin ab sofort untersagt, sich “Miss Austria” oder ehemalige “Miss Austria” zu nennen. Als ihre Nachfolgerin rückt nun die Anfang September zweitplatzierte Vorarlberger Einzelhandelskauffrau Izabela Ion aus Lauterach (24) nach. Der Bewerb “Miss Österreich” wurde im Jahr 1929 zum ersten Mal ausgetragen.

Zivkov setzte sich Sonntagmittag gegen die Aberkennung zur Wehr. In einem Statement auf ihrer Facebook-Seite schrieb sie, dass es weder eine schriftliche Abmahnung gegeben habe, noch habe sie ihres Wissens nach gegen einen der Punkte des Lizenzvertrages verstoßen. Sie sieht sich als Opfer eines privaten Konflikts zwischen Miss-Austria-Corporation-Geschäftsführer Jörg Rigger gegen dessen Exfrau, die als Lizenznehmerin die Miss-Wahlen im Bundesland Oberösterreich betreue.

Die 21-Jährige zeigte sich in ihrem Posting schwer enttäuscht. Sie habe ihre Ausbildung beim Bundesheer zugunsten des Miss-Austria-Jahres auf Eis gelegt und seit ihrem Titelgewinn “nur Ausgaben und keinen einzigen bezahlten Job gehabt”. Es gebe einen aufrechten Lizenzvertrag zwischen der Miss-Austria-Corporation und ihr, fügte sie hinzu.

Von: apa